Eine 90-jährige Wienerin ist nur knapp Opfer eines dreisten Trickbetrugs geworden. Die Seniorin wollte am Donnerstag gegen 11 Uhr in einer Bankfiliale in Wien-Währing 9.750 Euro beheben. Ein Mitarbeiter wurde jedoch misstrauisch, als die Frau nicht schlüssig erklären konnte, wofür sie das Geld benötigte.
Der Bankangestellte alarmierte die Polizei – und lag mit seinem Verdacht richtig. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte die Pensionistin zuvor einen Anruf erhalten. Die Betrüger forderten sie auf, mehrere Bankfilialen aufzusuchen, jeweils 9.750 Euro abzuheben und das Geld in einem Kuvert an einen vor der Bank wartenden Mann zu übergeben.
In einer Bankfiliale in Wien-Döbling hatte die Frau bereits Bargeld an einen Unbekannten übergeben. Polizisten der Inspektion Krottenbachstraße rückten daraufhin aus und observierten den Bereich.
Dabei fiel den Beamten ein Mann auf, der sich rasch von der Bank entfernen wollte. Bei der Kontrolle konnte der Verdächtige keine nachvollziehbare Erklärung für seinen Aufenthalt vor Ort liefern.
Der 37-jährige serbische Staatsbürger wurde auf Anordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft festgenommen. Das bereits übergebene Bargeld konnte bei ihm sichergestellt und der 90-Jährigen zurückgegeben werden. Der Verdächtige verweigerte laut Polizei die Aussage. Er befindet sich derzeit in Haft.
Immer wieder geraten vor allem ältere Menschen ins Visier von Trickbetrügern. Am Telefon wird den Opfern etwa vorgetäuscht, dass Angehörige in Not geraten seien oder Einbrecher es auf ihr Vermögen abgesehen hätten.
Die Polizei erinnert daher: Weder die Polizei noch andere Behörden verlangen Geld oder Wertgegenstände zur Verwahrung. Verdächtige Anrufe sollten sofort beendet und umgehend die Notrufnummer 133 gewählt werden.