Aufregung um Mörder als "Nachahmungstäter"

Die Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler (ÖVP), sprach bezüglich der Frauenmorde in Österreich von "Nachahmungstätern".
Schon bei der Präsentation der Pläne der Regierung zu mehr Frauensicherheit in Österreich ließ Karoline Edtstadler mit einer Aussage aufhorchen: Die Staatssekretärin im Innenministerium erklärte bezüglich der Gewalttaten gegen Frauen in Österreich, dass "hier auch Nachahmungstäter am Werk sind, Menschen, die sich in dieser schrecklichen Wertehaltung bestärkt fühlen". Auch am Sonntag legte Edstadler im ORF in "Im Zentrum" nach.

"Man gewinnt den Eindruck, dass hier Nachahmungs-täter am Werk sind... Offensichtlich ist die Hemmung, gegen Frauen vorzugehen, bis hin zum Mord, gesunken"


Während die ÖVP-Frau von einer "nie da gewesenen Serie" sprach, gab sie an, dass es es in Österreich "noch kaum" patriarchale Strukturen gebe. Die seien offenbar, wie Edtstadler bereits bei der Sicherheitspräsentation erklärt hatte, mit den Migrationsströmen samt "Haltungen wie Antisemitismus und radikaler Islamismus importiert" worden, "verbunden mit einem Frauenbild, das von uns ganz klar abgelehnt wird, das mit unserer Wertehaltung nichts zu tun hat". (Siehe im Video oben ab Minute 36).

Die Frau werde "vom Subjekt zum Objekt" gemacht, so Edtstadler. Moderatorin Claudia Reiterer hakte nach, ob die Staatssekräterin die Aussage ernst meine. Sie hatte nämlich gesagt: "Man gewinnt den Eindruck, dass hier Nachahmungstäter am Wort (sic) sind, Menschen, die sich in dieser schrecklichen Wertehaltung wohl bestätigt fühlen. Offensichtlich ist die Hemmung, gegen Frauen vorzugehen, bis hin zum Mord, gesunken". Ob Edtstadler österreichische Mörder als "Nachahmungstäter" von Ausländern sehen würde, wollte Reiterer wissen.

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"Hitler, Fritzl, Priklopil, Elfriede Blauensteiner. Schuld sind die Flüchtlinge und die Willkommensklatscher. Das wird man ja noch sagen dürfen."


"Meinen Sie das ernst, dass ein Österreicher eine Frau ermordet, weil Flüchtlinge hier sind?", fragte Reiterer. Edtstadtler versuchte, dies durch psychologische und kriminologische Erkenntnisse zu untermauern: "Ja, dieses Phänomen kennt man aus der Kriminologie", so Edtstadler. Später jedoch relativierte die Staatssekretärin: "Frauenmorde gab es immer (...) Ich habe auch nie gesagt, dass häusliche Gewalt nur dort passiert, wo es Migrationshintergrund gibt." Sie stehe ganz klar dafür, dass jede Form der Gewalt anzulehnen ist, egal ob von Mann oder Frau.

Die Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler (ÖVP).
Die Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler (ÖVP).
Fassungslos blieb ein Teil des Publikums zurück: "Und wer warnt die Flüchtlinge vor offensichtlich ansteckendem galoppierenden Wahnsinn in Österreich?", "Rechtsextremisten brauchen die Rolle des bedrängten Opfers das sich wehrt als Legitimation. 'Weil Ausländer mehr Gewalt ins Land bringen dürfen wir gegen Gesetze verstoßen' ist die Devise" und "Hitler, Fritzl, Priklopil, Elfriede Blauensteiner. Schuld sind die Flüchtlinge und die Willkommensklatscher. Das wird man ja noch sagen dürfen. Österreich 2019" sind einige der Kommentare auf Twitter.

"Es handelt sich offenbar um Nachahmungstäter in ihrer Motivation, in ihrer Wertehaltung, nicht in der Tatausführung."


Am Dienstag erfolgte aus dem Innenministerium eine Klarstellung zur Causa: "Frau Staatssekretärin Edtstadler hat nie gesagt, dass 'Österreichs Frauenmörder Nachahmungstäter seien', so die Stellungnahme nach dem "Heute"-Bericht. "Wir müssen feststellen, dass drei der vier Männermorde an Frauen durch Drittstaatsangehörige bzw. Männer mit Migrationshintergrund begangen wurden", heißt es weiter. Seit Montag sei die traurige Bilanz auf vier von fünf Mörder gestiegen.

Man müsse der "Tatsache ins Auge sehen, dass seit der Migrationswelle 2015 viele Männer zu uns gekommen sind, die eine Wertehaltung und ein Frauenbild haben, das wir ganz klar ablehnen. Und die aus einem Kulturkreis kommen, in dem Frauen keinerlei Rechte haben", so das Innenministerium. Und: "Es drängt sich der Verdacht auf, dass sich hier einige in ihrer schrecklichen Wertehaltung bestätigt fühlen, und aufgrund der Vorbildwirkung die Hemmungen gesunken sind, Frauen zu rechtlosen Objekten zu degradieren und sie im schlimmsten Fall auch zu töten. Es handelt sich offenbar um Nachahmungstäter in ihrer Motivation, in ihrer Wertehaltung, nicht in der Tatausführung." Daher werden die Fälle seit dem Neujahrstag in einer Screeninggruppe untersucht. (rfi)

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