Fussball

Aufstieg verpasst – Tuchel greift den Schiedsrichter an

Heute Redaktion
13.04.2022, 08:18

Nach der 1:3-Pleite im Hinspiel an der Stamford Bridge glaubten nur wenige an ein "blaues" Wunder. Doch das war zum Greifen nahe. Mason Mount (15.), Antoinio Rüdiger (51.) und Timo Werner (75.) schossen die entfesselt aufspielenden Londoner mit 3:0 in Front. Erst der Treffer von Rodrygo (80.) rettete die "Königlichen" mit Abwehrchef David Alaba in die Verlängerung, in der Karim Benzema in der 96. Minute zum 2:3 einnickte, Real ins Halbfinale brachte.

"Da hat nicht jeder den Mut..."

Bei den "Blues" war der Frust nach dem denkbar knapp verpassten Aufstieg riesengroß. Vor allem bei Coach Thomas Tuchel, der nach dem Spiel hart mit Schiedsrichter Szymon Marciniak ins Gericht ging. "Vielleicht kriege ich jetzt Probleme", leitete der Deutsche ein, um danach zu ergänzen: "Wenn es gegen Real Madrid geht, hat nicht jeder den Mut... Ich habe das Gefühl, dass in beiden Spielen kleine Entscheidungen gegen uns getroffen wurden." 

Unter anderem führte Tuchel den vermeintlichen 2:0-Führungstreffer durch Marcos Alonso an, der nach einem Handspiel nicht gegeben wurde. Marciniak selbst schaute sich die Szene nicht an, der Video-Referee entschied. "Ich habe das Tor nicht gesehen", meinte Tuchel, sagte aber in Richtung des polnischen Unparteiischen: "Ich habe ihm gesagt, dass ich mega-enttäuscht bin, dass er nicht selbst rausgeht und es sich anschaut. In so einem Spiel sollte man der Chef bleiben und solche Dinge nicht einem anderen überlassen, der irgendwo sitzt und von der Atmosphäre im Stadion isoliert ist. Jeder Schiedsrichter hat einen gewissen Stil. Er sollte die Dinge selbst überprüfen, dann könnte er sie auch besser erklären", fügte Tuchel an. 

Mit Ancelotti gescherzt?

Ebenfalls stieß dem deutschen Trainer eine Szene sauer auf, die nach dem Schlusspfiff passierte. Referee Marciniak und Real-Coach Carlo Ancelotti standen beisammen und lachten. "Ich war enttäuscht über den Schiedsrichter. Als ich hingehen und mich für das Spiel bedanken wollte, sehe ich ihn grinsend und laut lachend mit dem gegnerischen Trainer. Ich denke, dass das ein schlechter Stil ist, nachdem meine Mannschaft 126 Minuten bis zum letzten Tropfen gekämpft hat. Nach dem Spiel mit dem gegnerischen Trainer zu lachen, halte ich für einen sehr, sehr schlechten Zeitpunkt. Das habe ich ihm auch gesagt", schloss Tuchel. 

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