In Wien

Aus für Fine Dining – Zwei-Hauben-Lokal ist pleite

Die Gastro-Pleitewelle greift weiter um sich. Nun ist auch ein Zwei-Hauben-Lokal in der Donaustadt betroffen.
Wien Heute
07.03.2026, 13:14
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Vor knapp fünf Jahren – im Mai 2021 – öffnete das "Fat George"-Restaurant in der Gartenheimstraße 1/6 (Wien-Donaustadt) seine Türen. Das Fine-Dining-Lokal wurde mit zwei Hauben von Gault Millau sowie zwei Gabeln von Falstaff ausgezeichnet. Doch am 6. März wurde nun das Insolvenzverfahren eröffnet.

"Die Fat George GmbH kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom zuständigen Handelsgericht Wien wurde ein Konkursverfahren eröffnet", berichtet der Alpenländische Kreditorenverband (akv). Das Konkursverfahren wurde demnach über Antrag eines Gläubigers eröffnet.

Alter Gasthof wurde wiederbelebt

"Es wird nunmehr im Rahmen des Insolvenzverfahrens das vorhandene Vermögen inventarisiert und geschätzt. Erst nach diesen Ermittlungen wird eine Stellungnahme zu den Befriedigungsaussichten der Gläubiger möglich sein. Die Insolvenzursachen sowie die aktuellen Vermögensverhältnisse müssen im Zuge des Verfahrens erst überprüft werden", so der akv.

Co-Geschäftsführer und Gesellschafter Stefan Krennmayer erweckte mit dem Restaurant den alten Gasthof samt Hotelbetrieb seiner Familie wieder zum Leben: "Das Haus gehört meiner Familie seit 20 Jahren, ich wollte es wiederbeleben", meinte Krennmayer im Jahr 2021.

Krennmayer belebte den alten Gasthof seiner Familie wieder.
Helmut Graf

Fünf-Gänge-Menü um 119 Euro

Das "Fat George" wurde rundum renoviert und die Gästezimmer modernisiert. Auch die Küche wurde um moderne Einflüsse ergänzt, der Bar-Bereich zeitgemäß gestaltet und der Speisekarte vegane Gerichte hinzugefügt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Konzept des Restaurants in Richtung Fine Dining.

So wurde etwa ein "Fat George Menü" – limitiert auf 15 Portionen pro Tag – kreiert. Vier Gänge kamen auf 89 Euro, fünf Gänge auf 119 Euro. Im Februar wurden im Rahmen des Menüs etwa rote Riesengarnelen mit Karfiol, Haselnuss und Zitrone, Rote-Rüben-Ravioli mit Kren, Apfel und Nussbutter, Winter-Kabeljau-Loin mit Safran-Beurre-blanc mit Pastinake und Petersilie, Bio-Entenbrust mit Beluga-Linsen, Chassis und Rosmarin sowie Topfen mit Vanille und Brombeere serviert.

Gasthaus als zweiten Standort

Doch der Überlebenskampf der Gastronomie am Stadtrand ging auch am "Fat George"-Restaurant nicht spurlos vorüber. Um breiter aufgestellt zu sein, eröffnete Krennmayer daher vor rund einem Jahr in der Esslinger Hauptstraße 2 das "Fat George"-Gasthaus – dieses ist nicht von der Insolvenz betroffen.

Im Gasthaus wird klassische Beisl-Atmosphäre geboten – auf der Speisekarte steht traditionelle Wiener Küche wie Rindsgulasch, Paprikahuhn, Eiernockerl, Backhendel, Krautfleckerl und Wiener Schnitzel.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 07.03.2026, 14:25, 07.03.2026, 13:14
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