Mit einer selbstgezimmerten zehnstöckigen Gebäudepyramide lockte Chen Tianming jahrelang Touristen an und wurde zum Medienstar. Das skurrile Bauwerk ragte hoch über die umliegenden Felder im chinesischen Xingyi auf.
Doch am Mittwoch war Schluss: Die Behörden in der Provinz Guizhou rissen das eigenwillige Bauwerk wegen fehlender Genehmigungen ab. In nur wenigen Stunden war der von Chen in jahrelanger Arbeit errichtete Bau Geschichte.
Wie der 43-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur AFP berichtete, seien am Mittwochmorgen Behördenvertreter erschienen und hätten ihn und seine Eltern weggeleitet. Ihm sei das Telefon abgenommen worden. Bis zum Abend sei er festgehalten worden.
Fast acht Jahre hatte Chen das schlichte Steinhaus seiner Familie in ein Gewirr aus hüttenartigen Teilbauten, wackeligen Stiegen und Balkonen verwandelt. Das Material: Sperrholz und gewellte Dachbleche. Die Kosten: rund 200.000 Yuan, umgerechnet etwa 25.000 Euro.
Begonnen hatte alles 2018, als die Behörden den Großteil von Xingyi für ein Tourismusprojekt abrissen wollten. Die Region ist für ihre spektakulären Reisterrassen bekannt. Chen aber weigerte sich zu gehen und baute stattdessen immer weiter in die Höhe.
Er empfinde kein Bedauern über den Abriss, sagte Chen der AFP: "Die Kraft, die ihre Zerstörung vorangetrieben hat, war einfach zu mächtig." Mit juristischer Unterstützung wolle er nun seine Rechte verteidigen und den Abriss als illegal einstufen lassen.