Austro-Schmerzmittel kann zu Herzinfarkt führen!

Zur Vorsicht im Umgang mit Schmerzmitteln rät die Oberste Arzneimittel-Behörde der EU. Der in Österreich gängigste verschreibungspflichtige Wirkstoff Diclofenac kann zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

kann zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

Ein Umdenken in der Schmerztherapie ist gefragt: Bereits im Oktober warnte die EMA die heimischen Spitäler, Ärzte- und Apothekerkammern, dass das Schmerzmittel Diclofenac in Extremfällen tödlich sein kann. Wenn das Schmerzmittel zu lange und zu hoch dosiert verschrieben wird, kann es in seltenen Fällen zu schweren Nebenwirkungen bis hin zum Tod führen.

Voltaren oder Deflamat auch betroffen

Die Substanz Diclofenac - die in rund 80 in Österreich erhältlichen Schmerzpräparaten enthalten ist, etwa in Voltaren oder Deflamat - kann zu schweren Komplikationen durch eine Verdickung des Blutes führen. Und zwar im Verhältnis 1000 zu drei, also bei drei von tausend mit Diclofenac behandelten Patienten treten schwere Nebenwirkungen auf.
Vor allem Risikopatienten betroffen

Bei gesunden, fitten Menschen könne Diclofenac weiterhin gefahrlos verschrieben werden, bei Risikopatienten aber nicht mehr, wird der Grazer Schmerzspezialist Andreas Sandner-Kiesling von ORF zitiert. Als Risikopatienten gelten Raucher, Menschen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes.
Konkret hieß es in dem Schreiben: "Der Nutzen von Diclofenac überwiegt die Risiken. Allerdings weisen die derzeit verfügbaren Daten darauf hin, dass die Therapie mit Diclofenac mit einem erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse, wie einer erhöhten Herzschwäche und einem erhöhtem Herzinfarktrisiko assoziiert ist."

Ärzte sollten nun in Zukunft Diclofenac anders anwenden, als sie es bis jetzt gemacht haben, fordern Ärztevertreter.

 
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kann zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

Behörden warnen vor Schmerzmittel

 

Für das häufig verschriebene Schmerz- und Entzündungsmittel Diclofenac gelten ab sofort neue Warnhinweise und Kontraindikationen. Vor allem bei Personen mit bestehender Herz- Kreislauferkrankung erhöht das Medikament das Herzinfarktrisiko.

 

Der europäische Ausschuss für Humanarzneimittel hat mehr als 600 Studien zu Diclofenac, einem Wirkstoff aus der Gruppe der Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR)  ausgewertet. Generell übersteigt bei dem häufig verschriebenen Schmerz- und Entzündungshemmer nach wie vor der Nutzen das Risiko, allerdings mit deutlichen Einschränkungen. So wiesen die Studien durchgehend auf ein erhöhtes Risiko für thrombotische Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hin, vergleichbar mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der Cox-2-Hemmer. Bei Patienten mit bestehender Herz- oder Gefäßerkrankung darf Diclofenac daher ab sofort nicht mehr verschrieben werden, bei Personen mit Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko. „Es ist seit langem bekannt, dass nicht nur die Cox-2-Hemmer sondern alle NSAR zu einer gewissen Risikoerhöhung führen“, sagt netdoktor-Experte Prof. Ludwig Erlacher. Der Rheumatologe setzt Diclofenac unter anderem bei Patienten mit Gelenksentzündung ein, allerdings nur bei akuten starken Schmerzen. „Grundsätzlich gilt, so kurz wie möglich in so geringer Dosis wie möglich“,  sagt Erlacher.

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