Ende 2026 greift die eIDAS-2.0-Verordnung. Dann müssen alle EU-Länder ihren Bürgern eine digitale Brieftasche für die Identität zur Verfügung stellen. Doch Umfragen zeigen: Mehr als die Hälfte der Menschen weiß noch gar nicht, dass es dieses Projekt gibt.
Das Problem: Aktuell herrscht bei digitalen Identitäten ein regelrechtes Chaos. Unterschiedliche Verfahren und Zugänge sorgen dafür, dass viele Nutzer nicht einmal wissen, wann sie bereits eine digitale Identität verwenden.
Wie heise.de berichtet, kritisieren Experten, dass die Fragmentierung bereits beim Zugang beginnt. Viele Anwender würden ihre Gesundheits-ID nutzen, ohne zu wissen, dass sie diese auch anderswo einsetzen könnten.
Ein weiteres Hindernis: Solange es zu wenige Anwendungsfälle gibt, holen sich die Menschen auch keine digitale Identität. Doch ohne Nutzer gibt es keinen Anreiz, neue Anwendungen zu entwickeln. Ein klassisches Henne-Ei-Problem.
Besonders heikel ist das Thema im Gesundheitsbereich. Denn Gesundheitsdaten sind besonders sensibel: Wenn sie einmal geleakt sind, lässt sich der Schaden kaum noch begrenzen - anders als etwa bei Finanzdaten.
Die europäische EUDI-Wallet soll das ändern. Ab 2027 soll die digitale Brieftasche als Smartphone-App einen einheitlichen Rahmen für sichere Authentifizierung bieten. Auch die österreichische ID Austria muss bis dahin angepasst werden.
Experten fordern neben technischen Lösungen auch bessere Nutzeranreize und eine einfachere Handhabung. Denn entscheidend sei, digitale Identitäten so in den Alltag zu integrieren, dass sie ohne zusätzliche Hürden funktionieren.