Sie lebte jahrelang auf der Überholspur: Überstunden, Partys, Alkohol, Kokain und schnelle Abenteuer. Doch 2020 schlitterte Verena Titze in eine massive Erschöpfungsdepression, die schlimmste Zeit ihres Lebens. In ihrem Buch "Burnt.Out" verarbeitete die 39-Jährige ihren Zusammenbruch schonungslos. Heute betreibt die Niederösterreicherin gemeinsam mit Psychiater Michael Musalek den erfolgreichen Podcast "Musalek & Titze Im Rausch des Lebens".
Ende des Vorjahres hat sie sich erstmals an ein Bühnenprogramm gewagt, mit dem sie nun auf Tour geht. Am 19. April spielt Titze "Erfolgreich ins Burnout – ein kabarettistischer Crashkurs" in der Kulisse Wien, am 16. Mai kommt sie ins Theater Akzent. "Ich bin schon stolz, diese Wendung in meinem Leben ist schon irre. Total spannend, wie aus dieser unfassbaren Lebenskrise soviel Schönes und Neues entstanden ist", freut sie sich im "Heute"-Gespräch.
"Es war ja schrecklich, aber eben nicht umsonst", weiß die Kabarettistin heute. Bei all ihren Engagements muss Titze jedoch stets ein strenges Auge auf sich haben. "Ich muss irrsinnig aufpassen. Ich tendiere dazu, sehr viel zu tun. Menschen, die ehrgeizig sind, haben bessere Chancen, ins Burnout zu rutschen", gibt sie zu.
Titze, die seit bald fünf Jahren trocken ist, weiß inzwischen "gesunde Taktiken zu nutzen, damit es nicht wieder passiert." Wenn der Stress überhand nimmt, zieht es sie in den Wald oder sie macht Bewegung. "Statt fünf Spritzer zu trinken, gehe ich jetzt zum Yoga", lacht sie. Im Unterschied zu früher erkennt die Autorin heute, wenn sie sich zu viel zumutet und steigt rechtzeitig auf die Bremse.
Und sie hilft inzwischen auch anderen, die sich ihren Weg aus der Sucht erst bahnen müssen. Titze leitet kleine Gruppen in der Suchtklinik Anton Proksch Institut. "Das zeigt mir auch, wie weit ich schon gekommen bin. Das hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht gekonnt." Neben dieser ernsten Ebene ist es für die 39-Jährige wichtig, sich auf der Bühne zu amüsieren. "Wenn ich Spaß habe, dann hat auch mein Publikum Spaß."