Die sogenannte "Avocado-Hand" ist kein Scherz, sondern ein ernstes medizinisches Phänomen. Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Deutschland steigt die Zahl der Fälle drastisch an: Waren es 2020 noch 8 Fälle, zählte man 2024 bereits 18 und im vergangenen Jahr 21 solcher Schnittverletzungen.
Besonders betroffen sind junge Frauen. Laut einer Auswertung von gut 80 Fällen zwischen Anfang 2020 und Mitte 2026 waren 81,9 Prozent der Verletzten weiblich. Mehr als die Hälfte war zwischen 20 und 29 Jahre alt.
Die Verletzungen entstehen typischerweise, wenn man die Avocadohälfte in der Hand hält und versucht, den Kern mit dem Messer herauszuhebeln, schreibt utopia.de. Rutscht die Klinge ab, trifft sie mit Wucht auf die Handinnenfläche, wo wichtige Beugesehnen, Fingernerven und Arterien dicht unter der Haut verlaufen.
In den USA wurde ein ähnlicher Anstieg dokumentiert: Ein Forscherteam analysierte über 50.000 Fälle zwischen 1998 und 2017. Während es von 1998 bis 2002 rund 3.000 Fälle gab, waren es von 2013 bis 2017 bereits über 27.000. Der Anstieg korreliert eng mit dem wachsenden Avocadokonsum.
Prominentestes Opfer der "Avocado-Hand" ist Schauspielerin Meryl Streep. Die dreifache Oscar-Preisträgerin verletzte sich 2012 beim Avocado-Schneiden so schwer, dass ihre Hand zweimal operiert werden musste. Bei der Promo-Tour für "Wie beim ersten Mal" war sie mit Verband zu sehen.
Die Ärzte raten: Die Avocado beim Halbieren niemals in der Hand halten, sondern flach auf ein stabiles Schneidebrett legen. Den Kern nicht mit dem Messer heraushebeln, sondern einen Löffel verwenden. Und auch beim Würfeln des Fruchtfleisches muss die Avocado auf dem Brett liegen bleiben.