Politik

Babler vorne, aber nur Dosko kann FPÖ-ÖVP brechen

Spannung pur vor dem SPÖ-Parteitag! So knapp wie die Mitgliederbefragung ausfiel, zeigt sich auch eine Umfrage zu den Chancen des neuen Parteichefs.

Rene Findenig
Andreas Babler und Hans Peter Doskozil kämpfen um den SPÖ-Parteivorsitz.
Andreas Babler und Hans Peter Doskozil kämpfen um den SPÖ-Parteivorsitz.
Sabine Hertel, Denise Auer

Knapper geht es kaum: 107.133 Antworten sind bei der SPÖ durch die Mitgliederbefragung eingegangen, im Endeffekt setzte sich bei der Frage nach dem neuen Partei-Chef der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit 33,7 Prozent vor dem Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler mit 31,5 Prozent und der bisherigen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner mit 31,4 Prozent durch. Nur 3,5 Prozent stimmten gegen alle drei Kandidaten. Stundenlang wurde nach dem Ergebnis verhandelt – mit dem Resultat, dass sich Babler einer Kampfabstimmung gegen Doskozil am SPÖ-Parteitag stellen will.

So eng wie das Ergebnis der Mitgliederbefragung könnte auch diese Kampfabstimmung ausgehen – und im Vorfeld haben beide Kandidaten laut einer neuen "Krone"-Umfrage (1.208 Wahlberechtigte, Schwankungsbreite +/-2,8 Prozent) des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse gute Karten. Beide Kandidaten könnten die SPÖ bei der nächsten Nationalratswahl ordentlich nach vorne bringen. Bisher-Chefin Rendi-Wagner käme da auf "nur" 21 Prozent.

Keine FPÖ-ÖVP-Mehrheit unter Doskozil

Babler dagegen würde die SPÖ auf 26 Prozent und damit auf Platz 2 bringen (hinter der FPÖ mit 27 Prozent und vor der ÖVP mit 24 Prozent). Doskozil käme als Chef der SPÖ auf 25 Prozent und ebenfalls auf Platz 2 – hätte aber den entscheidenden Vorteil, dass er die FPÖ-Mehrheit brechen könnte. Während bei Babler FPÖ und ÖVP gemeinsam auf 51 Prozent kommen würden, kostet Doskozil dieser möglichen Koalition die Mehrheit und damit die Grundlage: 26 Prozent FPÖ, 22 Prozent ÖVP.

Interessant: Während Doskozil der FPÖ und vor allem der ÖVP Stimmen abziehen kann, würden mehr Stimmen bei Grünen (10 Prozent), NEOS (9 Prozent) und KPÖ (6 Prozent) bleiben. Allerdings: Eine von Doskozil bevorzugte "Ampelkoalition" aus SPÖ, Grünen und NEOS ginge sich ebenfalls nicht aus – dazu bräuchte es auch noch die KPÖ. Unter einem SPÖ-Chef Babler wiederum wäre eine FPÖ-ÖVP-Koalition möglich, denn er würde Grünen (8), NEOS (8) und KPÖ (4) Stimmen kosten. 

Unter SPÖ-Wählern geht es sehr knapp her

Weitere brandheiße Ergebnisse der Umfrage: In der Kanzlerfrage stellen sich 19 Prozent hinter einen Kanzler Babler und 21 Prozent hinter einen Kanzler Doskozil – allerdings geben 50 Prozent der Befragten Doskozil die größeren Chancen, die SPÖ auf Platz 1 zu führen. Bei Babler sind es dagegen 23 Prozent. Unter SPÖ-Wählern ist das knapper: 40 Prozent für Babler, 41 Prozent für Doskozil. Nicht unwichtig: 52 Prozent sehen Doskozil besser geeignet, Nicht-SPÖ-Wähler anzusprechen, bei Babler sind es 24 Prozent. 

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    Nach dem für sie desaströsen Ausgang der <a data-li-document-ref="100272211" href="https://www.heute.at/g/spoe-mitgliederbefragung-jetzt-steht-das-ergebnis-fest-100272211"><strong>SPÖ-Mitgliederbefragung</strong></a> schmeißt Parteichefin <strong><a target="_blank" data-li-document-ref="100272594" href="https://www.heute.at/g/rendi-wagner-gibt-erklaerung-ab-ruecktritt-noch-heute-100272594">Pamela Rendi-Wagner</a></strong> alles hin.
    Nach dem für sie desaströsen Ausgang der SPÖ-Mitgliederbefragung schmeißt Parteichefin Pamela Rendi-Wagner alles hin.
    ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com