In Belgien hat ein langjähriger Mitarbeiter der Staatsbahn SNCB seinen Job verloren – wegen eines vergleichsweise geringen Betrags. Der Mann hatte jahrelang eine Fahrradpauschale erhalten, obwohl er gar nicht mit dem Rad zur Arbeit kam.
Der Schwindel flog auf, als Kollegen Unstimmigkeiten meldeten. Bei einer Überprüfung wurden 69 Autofahrten innerhalb von 75 Tagen festgestellt, für die der Mitarbeiter dennoch die Fahrradpauschale abgerechnet hatte. Sein Dienstparkausweis an den Standorten Louvain und Aarschot entlarvte ihn.
Wie chip.de unter Berufung auf BruxellesToday berichtet, belief sich der erschlichene Betrag auf lediglich rund 130 Euro. Dennoch zog die SNCB drastische Konsequenzen.
Die belgische Bahn erklärte, das Vertrauen sei "definitiv und unwiderruflich zerstört". Bei dem Verhalten handle es sich um eine schwere Berufspflichtverletzung. Der Mitarbeiter wurde daraufhin nach 33 Dienstjahren fristlos entlassen.
Der gekündigte Angestellte wollte das nicht hinnehmen und zog vor den Staatsrat. Er argumentierte, dass der unrechtmäßig erhaltene Betrag mit etwa 130 Euro gering sei. Doch die Richter wiesen seine Klage ab und bestätigten die Entscheidung der SNCB – der Vertrauensbruch sei ausreichend für eine fristlose Kündigung.