Er ist das wohl größte Phantom der Kunstwelt – oder besser gesagt: war es? Der Street-Art-Star Banksy sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Etwa, als sein Werk "Girl with Balloon" nach einer Auktion plötzlich selbst geschreddert wurde. Oder wenn er mit neuen Graffiti aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufgriff – stets anonym.
Doch damit könnte nun Schluss sein. Journalisten der britischen Nachrichtenagentur Reuters wollen Banksys wahre Identität aufgedeckt haben.
Für ihre Recherche reisten sie nach Manhattan und in die Ukraine – an Orte, an denen Banksy Werke hinterlassen hat. Laut ihrem Bericht seien sie "jenseits allen Zweifels" auf den Namen des Künstlers gestoßen. Einer Bitte von Banksys Anwalt, diesen nicht zu veröffentlichen, kamen sie nicht nach. Er warnte zwar, eine Enthüllung könne den Künstler und seine Arbeit gefährden – bestritt den genannten Namen aber nicht.
Demnach soll Banksy der Brite Robin Gunningham sein, Jahrgang 1973 aus Bristol. Sein Name kursiert zwar schon länger, nun sollen bisher unveröffentlichte Gerichtsakten aus New York, Zeugenaussagen aus der Ukraine und weitere Indizien den Verdacht erhärten.
Brisant: Nach der ersten Enthüllung 2008 soll Gunningham seinen Namen geändert haben – auf David Jones. Einreisedokumente in die Ukraine sollen das belegen: Darauf stehen Robert Del Naja von Massive Attack und ein "David Jones" mit demselben Geburtsdatum wie Gunningham. Zudem hatte dieser bereits in den 2000er-Jahren in New York unterschrieben, eine Werbetafel übermalt zu haben – eine Tat, die sein Anwalt später Banksy zuschrieb.