Barcas neues Wunderkind – so jung wie er traf keiner

Barcelona-Wunderkind Ansu Fati.
Barcelona-Wunderkind Ansu Fati.Bild: imago sportfotodienst
Ansu Fati – diesen Namen solltet ihr euch merken! Er ist der jüngste Torschütze in der Geschichte von Barca und ein Lichtblick in der Krise.
Der Kleine könnte der große Profiteur der sportlichen Krise in Barcelona sein. Und damit ist ausnahmsweise nicht Lionel Messi gemeint, sondern einer seiner möglichen Thronfolger: Ansu Fati.

Ideenloser FC Barcelona



Trotz des Gewinns in der spanischen Meisterschaft brodelte es schon am Ende der letzten Saison bei den Katalanen. Die Ideenlosigkeit in der Offensive nahm Trainer Ernesto Valverde in die neue Spielzeit mit. Der 55-Jährige steht nach vier Punkten aus drei Spielen unter Druck.

Fati schreibt Geschichte



CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Einziger Lichtblick des verkorksten Saisonstarts ist bisher Ansu Fati. Der schrieb am vergangenen Samstag beim insgesamt enttäuschenden 2:2 gegen Osasuna Geschichte. Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 wurde er zum jüngsten Torschützen in der Vereinshistorie.

Er hatte zu diesem Zeitpunkt zarte 16 Jahre und 304 Tage an Lebenserfahrung auf dem Buckel. Vor ihm hielt, der ebenfalls einst als Wunderkind gefeierte, Bojan Krkic diesen Rekord. Krkic konnte diesen hohen Erwartungen nie gerecht werden.

Barca-Fans hoffen, dass es Fati nicht gleich ergeht, sein Stern verglüht, ehe er so richtig aufgehen konnte. Nicht das Tor, sondern sein gesamtes Auftreten gegen Osasuna machen dabei Hoffnung, dass ihm der Wunderkind-Stempel zurecht aufgedrückt wird.

Wir haben nämlich nicht übertrieben, als wir Barca und allen voran Valverde eingangs Ideenlosigkeit unterstellt haben. Fans der Katalanen murren schon seit geraumer Zeit, dass ihr Team sterilen und ausrechenbaren Fußball spielt. Alles ist auf Superstar Messi zentriert. Der fehlt derzeit verletzt. Wie wichtig der 32-Jährige trotz prominenter Kollegen wie Antoine Griezmann, Ousmane Dembele und Co. ist, beweist seine Abwesenheit. Oder eher, das kopflose Offensivspiel seiner Mitspieler in dieser Phase.

In dieser wenig glanzvollen Zeit ist eine Leistung, wie sie Fati gegen Osasuna gezeigt hat, umso höher einzuschätzen. Er fügte sich nicht etwa in eine gut geölte Tormaschinerie ein. Fati riss vielmehr ein Spiel an sich, in dem all die großen Namen um ihn herum keine Lösungen fanden.

Statistik belegt Barcas Ideenlosigkeit



Spanische Medien feierten ihn als einzigen Lichtblick eines erschreckenden Barca-Auftritts. Die Statistiken untermauern übrigens unsere negativen Worte. "Expected Goals" sind noch nicht überall geläufig, noch nicht jedem Fan bekannt. Es handelt sich um ein statistisches Modell, das aus der Summe an Torchancen beider Teams errechnet, wie viele Tore zu erwarten gewesen wären. Sprich: Wenn man auf gut Wienerisch nach einer Niederlage als Fan "sudert", man habe unverdient verloren, könnte man anhand dieses Modells untermalen, wie gut oder wie schlecht die Leistung im Vergleich zum Gegner tatsächlich war.

Laut Opta hatte Osasuna einen "Expected Goals"-Wert von 1,0 plus einem Elfmeter, der immer extra angeführt wird. Barcelona: 0,5 erwartete Tore. Das soll unterstreichen, wie zahnlos der spanische Meister derzeit selbst gegen Außenseiter auftritt.

Hype um Fati



Fati kann mit seinen 16 Jahren die Krise nicht alleine lösen. Er gibt Barca-Fans aber Zuversicht, dass die Zeit nach der lebenden Legende Lionel Messi vielleicht doch nicht so trist wird, wie sie sich so mancher Pessimist derzeit ausmalt.

Trainer Valverde weiß, dass er nicht nur Ergebnisse sondern auch eine deutliche Leistungssteigerung des Teams braucht, um seinen Kopf aus der sprichwörtlichen Schlinge zu ziehen. Fati ist aber auch für ihn eine Chance. Der Trainer kann sich als sein "Entdecker" positionieren und so einen Teil seiner möglichen Erfolge für sich selbst verbuchen.

Das klingt nach einer Menge Last auf den fast noch zerbrechlich wirkenden Schultern des quirligen Angreifers. "Er ist ein Stürmer, der mutig ist und einen extrem guten Abschluss hat", beschreibt ihn Valverde. Es bleibt zu hoffen, dass der Teenager aus Guinea-Bissau diesen Mut und seine Leichtigkeit ob des Drucks und der gesteigerten Aufmerksamkeit nicht einbüßt.

Denn genau das macht seinen Reiz derzeit aus. Fati strahlt jene Leichtigkeit und Energie aus, die dem Barca-Spiel derzeit fehlt.



Der Weg ins Camp Nou

Papa Bori Fati plauderte aus, dass Real Madrid ein finanziell besseres Angebot gemacht hatte. "Aber wir haben uns für Barça entschieden, weil sie uns besucht und überzeugt haben", sagte er dem spanischen Radiosender "Cope" .

Seit er zehn ist, spielt Fati in Barcas legendärer Akademie "La Masia". Papa Fati: "In Guinea war er es gewohnt, mit Bällen aus Lumpen zu spielen. Aber als er zum ersten Mal einen richtigen Ball bekam, war es unglaublich, ihm zuzusehen. Ich bin jetzt seit 50 Jahren im Fußballgeschäft und habe noch nie etwas wie ihn gesehen."

Seit diesem Jahr besitzt der Youngster die spanische Staatsbürgerschaft. Er will, sollte er die Chance bekommen, für Spaniens Nationalmannschaft spielen.

Übrigens: Wer ein bisschen Kleingeld auf der Seite hat, kann sich Fatis Dienste für schlappe 100 Millionen Euro sichern. Diese Summe ist im Vertrag des 16-Jährigen (!) als Ablöse festgeschrieben. (Sebastian Klein)

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