Österreich-News

Bauchstich – als Opfer zu sich kommt, sind 830 € weg

Ein Randalierer sprühte Lokalgäste mit Pfefferspray ein. Ein Held stoppte ihn, wurde niedergestochen. Nun liegt er im Spital – und ist sein Geld los …
Thomas Peterthalner
11.10.2023, 15:05
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Onur C. (26) wurde Samstagnacht (7.10) unfreiwillig zum Helden. Der Wiener beobachtete, wie ein Mann (36) bedrohlich vor dem Schanigarten des "Kramladen" am Lerchenfelder Gürtel (Wien-Ottakring) auf die Gäste starrte. "Er war im Jogger und hat die Leute schief angeschaut", so der Wiener. "Er war nicht in dem Club drinnen, hat draußen nur auf einen Grund gewartet, um Ärger zu machen." Ein solcher war anscheinend schnell gefunden. Der Mann sprühte plötzlich wahllos Pfefferspray auf die Nachtschwärmer in dem Gastgarten – wir berichteten.

"Habe Zivilcourage gezeigt"

Onur C. reagierte sofort. "Ich habe Zivilcourage gezeigt und ihm einen Tritt gegeben." Der Verdächtige lief davon, der kurdisch-stämmige Wiener und ein Afghane (25) verfolgten ihn. Nur wenige Meter entfernt kam es in der Nähe der U6-Station Josefstädter Straße dann gegen 4.30 Uhr zum blutigen Showdown. 

Pfefferspray und Messerstich

"Wir waren zu zweit, der Kollege hat ihn festgehalten. Ich habe eine Ladung Pfefferspray abbekommen. Leider habe ich nicht gesehen, dass er da schon ein Messer draußen hatte." Der Verdächtige versetzte Onur C. einen Bauchstich. Sein Partner erlitt einen Stich in die Brust. Trotz der blutenden Wunde gab Onur C. nicht auf, suchte den Gürtel nach dem Messerstecher ab. Vier Polizisten nahmen den gebürtigen Tunesier wenig später fest, fanden auch Drogen bei ihm.

Tunesier verletzte zwei Männer mit diesem Klappmesser. 
LPD Wien

"Stich verfehlte Niere knapp"

Die beiden Verletzten wurden von der Berufsrettung versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Onur C. wurde operiert. "Es geht mit den Umständen entsprechend", erzählt er. "Der Stich hat die Niere knapp verfehlt, ich wurde genau untersucht und muss noch im Spital bleiben."

Onur C.: "Stich hat Niere knapp verfehlt"
Denise Auer

830 Euro waren nach OP weg

Sein heldenhafter Einsatz blieb unbezahlt – und endete sogar noch mit einem Minus im Börserl. "Ich habe 830 Euro in meiner Geldbörse gehabt. Nach der Operation war das Bargeld weg." Onur C. erstattete Anzeige wegen Diebstahls – diese liegt "Heute" vor. Einen Verdacht gibt es laut Polizei derzeit nicht. Gute Nachricht: Der Verletzte soll noch diese Woche aus der Klinik Donaustadt entlassen werden. Der verdächtige Tunesier ist im Gefängnis, er schweigt zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen laufen!

Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen