Baumgartlinger: "Ich lebte in einer Kompressionshose"

GEPA
Rechtzeitig vor der Fußball-EM kehrte ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger zurück an Bord. Im "Heute"-Talk spricht der 33-Jährige Klartext. 

"Heute": Im Jänner wurden Sie am Kreuzband operiert, standen seitdem drei Minuten am Platz. Fehlt Ihnen für eine EM nicht die Spielpraxis?

Julian Baumgartlinger: "Ein Spiel ist durch nichts zu ersetzen, das kann man in keinem Training simulieren. Zum Glück haben wir noch zwei Tests. Dass ich schon das eine oder andere Ländermatch am Buckel habe, hilft natürlich auch. Ich strotze vor Energie."

Sind Sie vielleicht sogar frischer, als einige Mitspieler, die eine lange Saison hinter sich haben?

"Lustig ist ja, dass ich es trotz meiner Verletzung auf 30 Partien gebracht habe, weil der Herbst einfach ein Wahnsinn war. Die Erholungspause war also jetzt definitiv kein Nachteil, auch wenn ich sie mir anders gewünscht hätte."

Ist es denkbar, dass der Kapitän nur auf der Bank sitzt?

"Es sollen die am Platz stehen, die am Tag X die Richtigen sind."

Sie leben nun wochenlang mit 25 Kollegen im Hotel. Seid ihr alle auf der selben Wellenlänge?

"Nein, aber es ist schön, dass nicht alle gleich sind, nicht dieselben Themen haben, nicht dieselbe Musik hören. Zum Teil gibt es sogar recht große Unterschiede. Das hat für mich etwas Bereicherndes."

Wer ist der größte Morgenmuffel, wer ist selten pünktlich, wer singt am besten?

"Marko (Arnautovic) ist ein Spätaufsteher. Pünktlich sind wir aber alle, sonst wird es teuer. David (Alaba) ist der beste Sänger."

Und wer gewinnt beim Pokern?

"Das kann ich aktuell noch nicht sagen. Beim alten Pokertisch haben Heinz Lindner und Rubin Okotie immer verloren, das weiß ich noch."

Was haben Sie alles in Ihren Koffer für die EM gepackt?

"Den Laptop, damit ich mit der Familie facetimen kann, ein gutes Buch – aktuell lese ich das von Barack Obama. Außerdem habe ich in den letzten Monaten quasi in einer Kompressionshose gelebt. Die hat mir gute Dienste erwiesen, ist beim Turnier sicher auch nicht schlecht."

Sie waren 2016 bei der EM dabei. Wenn das ÖFB-Team von damals gegen das heutige spielen würde, wie geht die Partie aus?

"Das ist schwer zu vergleichen, denn wir hatten damals einen anderen Trainer, waren in einer anderen Situation. Es wäre sicher ein interessantes Spiel auf hohem Niveau, es wäre sehr eng."

Sie verzichten komplett auf Facebook und Co. Warum?

"Der Hauptgrund war, um weniger Zeit am Handy zu verbringen, mehr Zeit offline zu sein. Das hat super funktioniert. Außerdem hat es mich nie interessiert, ob was geliked wird oder nicht, dazu die ganzen Shitstorms. Ich sehe da ein gewisses Risiko und bin froh, von dem nicht viel mitzubekommen."

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ÖFB-TeamJulian Baumgartlinger

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