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Becker hatte als Djokovic-Coach Angst vor den Launen

Novak Djokovic traf mit einem Frustschlag eine Linienrichterin und wurde von den US Open ausgeschlossen. Ex-Trainer Boris Becker hatte eine Vorahnung.
Sebastian Klein
08.09.2020, 11:37

Die Tenniswelt ist in Aufruhr. Novak Djokovic traf am Sonntag eine Linienrichterin mit einem Ball am Kehlkopf. Sie ging zu Boden und schnappte nach Luft. Ihr geht es wieder besser, aber sie wird inzwischen in den sozialen Medien übel angefeindet. Warum? Djokovic wurde für seinen Frustschlag bei den US Open disqualifiziert.

Fans und serbische Medien sind aufgebracht. Tennis-Kollegen und -Experten kritisieren Djokovic hingegen für seinen Kontrollverlust. Es sei erwähnt, dass Djokovic die Linienrichterin nicht absichtlich abschoss.

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Novak Djokovic entschuldigt sich bei der Linienrichterin.
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Unter den Experten meldet sich auch ein besonders namhafter zu Wort: Boris Becker. Die Tennis-Ikone war zwischen 2013 und 2016 Trainer der Nummer 1 der Welt, führte Djokovic zu sechs Grand-Slam-Titel.

Dabei sei ihm sein Hang zu Wutausbrüchen ein Dorn im Auge gewesen, lässt Becker in der "Daily Mail" durchblicken: "Als ich in seinem Coaching-Team war, war ich 2016 in der Box, als er bei den French Open mit seinem Schlägerwurf fast einen Linienrichter traf."

"Wir haben darüber gesprochen, weil er knapp davongekommen war. Ich weiß, wie sich der Druck eines großen Matches anfühlt und war selbst nicht immer Mr. Nice Guy als Spieler. Ich sagte ihm: ' Schrei so viel du willst, zerbrich deinen Schläger, aber wirf nie mit Sachen oder schlage den Ball weg.' Ich war besorgt, dass etwas wie das passieren könnte."

Becker analysiert: "Seine größte Stärke kann auch eine Schwäche sein. Er ist ein emotionaler Spieler mit Straßenkämpfer-Mentalität. Das hat ihm auch geholfen, 17 Grand-Slam-Titel zu gewinnen." Der Deutsche nimmt ihn in Schutz: "Ich mag ihn sehr. Er ist der Bodenständigste unter den Superstars. Er denkt immer an Menschen, die schlechter dran sind als er. Er ist intelligent und Freunden und Familie gegenüber loyal."

Die Disqualifikation hält Becker für richtig. "Auch wenn ich nicht glaube, dass er jemanden verletzen wollte. Er hat einfach für einen Moment die Kontrolle verloren."

Becker glaubt, Djokovic hätte bei einem Event wie den US Open zu viel zu schultern. Er nehme sich auch abseits des Platzes zu viel vor. Er müsse sich wieder auf die Basics besinnen, den Fokus nur auf Tennis legen.