Infozettel fehlte

Behörde straft Piano-Spieler ab, Fans zahlen Strafe

Ein Wiener Musiker begeisterte regelmäßig mit seinem Klavier vor dem Stephansdom, die Behörde stellte dafür eine Rechnung aus.
Community Heute
24.04.2026, 21:12
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"Piano Traveller" Marko Pena begeistert mit seinem Klavier regelmäßig Tausende Wiener und Touristen vor dem Stephansdom. Nicht nur bei den Vier Jahreszeiten von Vivaldi bleiben Dutzende Menschen stehen und staunen. Auch Passanten setzen sich auf den Hocker und greifen in die Tasten. Mit seinen angemeldeten Kundgebungen setzt sich Pena für mehr Freiheit von Musikern im öffentlichen Raum ein.

Der Magistrat der Stadt Wien zeigt sich unbeeindruckt von der beliebten Musik-Attraktion und straft den Wiener wegen fehlender Spendenbeschilderung knallhart ab – "Heute" berichtete.

140 Euro Strafe wegen Spenden-Gitarrenkoffer

Eigentlich – so dachte der Musiker – ging alles rechtens zu: Pena meldete ordnungsgemäß seine musikalischen Kundgebungen vor dem Dom offiziell an. Touristen und Passanten waren begeistert. Behörden dämpfen jetzt allerdings den Musikgenuss, der Magistrat bekrittelt die  "illegale" Spendenbox.

Das Magistratische Bezirksamt für den 3. und 11. Wiener Bezirk bestätigte die Strafe wegen fehlender Hinweise im Zuge von möglichen Spenden bei der Musik-Aktion gegenüber "Heute":

"Dies bedeutet, dass jede Person, die im öffentlichen Raum Sammelbüchsen aufstellt, unabhängig, ob der Erlös, wohltätigen, gemeinnützigen oder kulturellen Zwecken zugeführt wird, vorher eine Bewilligung des Wiener Sammlungsgesetzes einholen muss. Die zuständige Behörde zur Erteilung dieser Genehmigung ist der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 62."

Laut dem Wiener Sammlungsgesetz hätte der Wiener im Rahmen seiner Veranstaltung auf seinem Gitarrenkoffer, der als Spenden-Sammelbox dienst, einen Info-Zettel anbringen und zuvor eine Genehmigung einholen müssen.

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Die Beschilderung sollte darauf hinweisen, dass der Erlös von Spenden entweder ganz oder teilweise wohltätigen, gemeinnützigen oder kulturellen Zwecken zugeführt wird. Markos Gitarrenkoffer hatte keine gesetzmäßige Beschilderung.

Piano-Fans zahlen Behördenstrafe – Rest wird an Tiere gespendet

Penas Community reagierte auf die Behörden-Forderung und half ihrem Virtuosen aus. Die Fans spendeten, um die 140-Euro-Strafe zu tilgen. 158 Euro kamen zusammen, der kleine Restbetrag kommt dem Tierquartier zugute.

Auch das "Heute"-Leserreporterhonorar – für Fotos in der Zeitung sowie Videos auf heute.at erhalten Leser 50 Euro – möchte Pena an das Tierquartier spenden. Die Strafe ist somit gezahlt, der Frust über die Strafverfügung wird wohl bleiben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 24.04.2026, 21:12
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