Es gibt diese Gerüche, die einen sofort wieder zum Kind werden lassen. Für Esther Graf ist es der Duft von nagelneuen Buntstiften.
Als sie sich im "Heute"-Freundebuch verewigt, muss die Kärntnerin plötzlich an ihre Schulzeit denken. Und an eine Tradition, auf die sie sich jedes Jahr riesig gefreut hat.
"Kurz vor der Schulzeit ist man dann in so einen Libro gerannt und hat sich ganz neue Sachen geholt", erzählt sie mit einem Lächeln.
Ein neues Federpenal. Frische Hefte. Und natürlich Buntstifte, die noch nie angespitzt wurden. "Diese Buntstifte riechen auch so neu", sagt sie und lacht. "Schon cool."
Es sind genau diese kleinen Momente, die viele sofort nachvollziehen können. Der erste Schultag war zwar oft mit Nervosität verbunden – der Einkauf davor fühlte sich aber fast wie Weihnachten an.
Heute ist Esther Graf längst in einer anderen Welt unterwegs. Statt Stundenplänen stehen Studio-Sessions, Festivals und Konzerttouren am Programm. Mit 1,8 Millionen monatlichen Spotify-Hörern zählt sie zu den erfolgreichsten österreichischen Pop-Künstlerinnen.
Trotzdem merkt man im Gespräch schnell: Die Erinnerungen an ihre Kindheit sind geblieben.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ihre Songs so viele Menschen erreichen. Zwischen großen Bühnen und Millionen Streams verliert sie den Blick für die kleinen Dinge offenbar nicht.
Mit ihrem neuen Album "Wofür es sich zu leben lohnt" schlägt sie unterdessen das nächste Kapitel ihrer Karriere auf. Die Songs drehen sich um Selbstliebe, Familie, Beziehungen und Dankbarkeit – also genau jene Themen, die die Sängerin auch abseits der Bühne beschäftigen.