Ex-Kanzler neuer Doskozil-Berater – bei Essen eingekocht

Als die Zeiten für die SPÖ noch bessere waren, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Bundeskanzler Christian Kern im Oktober 2017.
Als die Zeiten für die SPÖ noch bessere waren, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Bundeskanzler Christian Kern im Oktober 2017.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
In einem "Kurier"-Interview erwähnte Hans Peter Doskozil, dass er nun auch von Christian Kern beraten werde. Die Hintergründe des "Pannonien-Pakts".

"Gut Purbach" im Burgenland gilt seit rund zehn Jahren als Ort der gehobenen Fleischeslust. Hier arbeitet sich Vier-Hauben-Herdkünstler Max Stiegl, "Koch des Jahres 2020", etwa an "Kuttln Tajine" (24 Euro) oder "Rostbraten von der alten Kuh" (39 Euro) ab.

Vor einigen Wochen saßen zwei Herren aus dem roten Parteilager im Lokal, die sich nicht immer grün gewesen waren – Christian Kern und Hans Peter Doskozil. "Die Initiative dazu ist von ihm ausgegangen", sagt Kern zu "Heute", "ich habe das sehr geschätzt."

Schattenkabinett

Doskozil sammelt seit einiger Zeit Menschen um sich, die mit der gegenwärtigen SPÖ so ihre Probleme haben, ein "Schattenkabinett". Kern darf nur sehr bedingt dazugezählt werden, aber man sprach sich aus. Und: "Er hat mich gefragt, ob ich ihn unterstützen kann. Institutionell kann ich das nicht, aber ich habe zugesagt, ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen."

Erste Handlung: "Ich habe etwa das Wirtschaftsprogramm gegengelesen. Im Burgenland passieren da momentan spannende Sachen." Gemeint ist etwa ein genereller Mindestlohn von 1.700 Euro netto. Oder auch, dass sich Angehörige eines Pflegefalles vom Land anstellen lassen können.

Polit-Comeback?

Kern ist im Brotberuf geschäftsführender Gesellschafter der "Blue Minds Company", gegründet von seiner Frau, investiert wird in Start-ups. Für die "Dosko"-Beratung erhält er kein Geld, kein Büro, "es sind auch keine regelmäßigen Termine ausgemacht, das passiert auf Zuruf", sagt er.

Nein, ein Polit- Comeback plane er nicht, "ich glaube dieses Gerücht streut die ÖVP. Aber eine politische Meinung erlaube ich mir." Die bildet er sich bis Ende August am Zweitwohnsitz Kärnten

Nur 75 Prozent für SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bei der Wiederwahl am Parteitag – für Christian Kern keine Überraschung. "In der SPÖ gibt es Leute, die nicht am Erfolg des anderen arbeiten, sondern am Misserfolg. Dieser Mühlstein hängt der SPÖ schon lange um den Hals und das hat man am Parteitag wieder gesehen", sagt er zu "Heute". "Es gibt Leute, die sich seit Jahren mit Intrigen beschäftigen, damit durchkommen und am Ende sogar noch dafür belohnt werden."

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