Bester Freund, statt fester Freundin?

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Für viele junge heterosexuelle Männer sind Männerfreundschaften erfüllender als Beziehungen zu Frauen. Das ist eine Gefahr für traditionelle Beziehungen.

Im angelsächsischen Sprachraum gibt es längst ein Wort dafür: Bromance. Das Kunstwort bezeichnet eine enge Freundschaft zwischen zwei heterosexuellen Männern. Und sie könnte der Beziehung zwischen Mann und Frau längerfristig den Rang ablaufen. Wieso das so ist, haben Forscher der englischen Universitäten Winchester und Bradfordshire untersucht.

Für die im Fachjournal "Men and Masculinities" veröffentlichte Studie befragten sie 30 junge Studenten zu ihren Erfahrungen mit Beziehungen mit Frauen und Männerfreundschaften. 28 Teilnehmer erklärten, dass sie über persönliche Probleme lieber mit einem Freund sprechen würden als mit der Partnerin.

Über alles reden

Die jungen Männer gaben an, dass Bromances ein emotionales Ventil böten und ihnen helfen würden, Konflikte zu lösen. Außerdem beschrieben sie das Zusammensein mit Männern als erfüllender. Sie würden weniger beurteilt, zudem könne man über alles reden.

In einer Beziehung mit einer Frau fühlten sich die Männer dagegen gezwungen, einen gewissen Standard zu wahren, so die Forscher. Das heißt, sie würden ihre Gefühle stärker kontrollieren und gewisse Themen nicht ansprechen.

Ein Teilnehmer berichtete den Forschern, dass er mit seinem besten Freund über alles reden könne, es aber Dinge gebe, die er seiner Freundin nicht sage. Und zwar aus Angst davor, dass sie ihn anschließend nicht mehr mag. So gehe er davon aus, dass ihn seine Freundin dafür verurteilen würde, dass er Taylor Swift und Beyoncé höre. Er finde, dass er sich in ihrer Anwesenheit "männlicher" verhalten müsse.

Gefahr für traditionelle Beziehungen

Die Forscher begrüßen die zunehmende Popularität von Bromances insofern, als sie jungen Männern eine Möglichkeit gäben, offener über ihre Gefühle zu reden. Das wirke sich positiv auf ihre körperliche und mentale Gesundheit aus.

Allerdings sehen die Wissenschaftler darin auch eine Gefahr für heterosexuelle Beziehungen. So könnte das Zusammenwohnen von Mann und Frau zum Auslaufmodell werden, sollten sich immer mehr Männer entscheiden, stattdessen mit ihrem besten Freund zusammenzuziehen, weil es weniger kompliziert ist.

Co-Autor Adam White von der Universität Bedfordshire sagte der "National Post":"Was passiert in 50 Jahren, wenn diese Männerfreundschaften richtig abheben und Männer finden: ‹Moment mal, wir genießen das – das ist gut für unser Gefühlsleben, wir fühlen uns weniger eingeengt und überwacht.›" Frauen könnten dann einfach sexuelle Erfüllungsgehilfinnen werden und nichts weiter. "Das ist ein beunruhigender Aspekt." (jcg)

(mp)

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