Betrüger verkauft Wienerin Plastiktasche um 600 Euro

Diese Handtasche wollte eine Wienerin erstehen, zugesendet bekam sie ein billiges Imitat.
Diese Handtasche wollte eine Wienerin erstehen, zugesendet bekam sie ein billiges Imitat.Leserreporter
Eine Wienerin bestellte online ihre Traumhandtasche und verließ sich auf den Käuferschutz von Paypal. Diese Entscheidung bereute sie schnell.

Eine Wienerin fiel online auf ein Angebot herein, das zu gut war, um wahr zu sein. Ein Verkäufer auf der Auktionsplattform Ebay bot eine Handtasche der Marke Dior um schlappe 600 Euro an. Fashion-Victim Marion schlug trotz des fragwürdigen Preises zu, weil sie sich auf den Käuferschutz des Zahlungsservice Paypal verließ – diese Entscheidung sollte sie später bereuen. 

Vor zweieinhalb Jahren brachte Dior seine kultige "Saddlebag" in neuer Ausführung wieder auf den Markt. Die ikonisch geformte Tasche mauserte sich rasch zur IT-Bag. Neu kostet sie im Geschäft rund 3.000 Euro, wer allerdings wartet, bis Trendsetter das Designerstück nach dem Höhepunkt seiner Beliebtheit wieder verkaufen, kann sie Online schon für rund 1.000 - 2.000 Euro ergattern. 

Rücksendung blieb beim chinesischen Zoll liegen

Eine Saddlebag in gutem Zustand gibt es in der Regel nicht für unter 1.000 Euro zu erstehen. Diese Regel bestätigte sich in Marions Fall. Die Wienerin erhielt eine gefälschte Plastiktasche aus China. "Es war eine von den Taschen, die in Urlaubsländern oft am Strand verkauft werden. Es war keine schlechte Fälschung, aber ich war unter der Annahme, ein Original zu kaufen", berichtet Marion im "Heute"-Talk. 

Die Wienerin meldete das Problem bei Paypal. "Als ich Paypal kontaktiert habe, wurde der Fall skurril. Man sagte mir, ich müsse die Tasche zurücksenden, damit ich mein Geld zurückbekomme. Ich schickte das Paket zurück. Ausgerechnet beim chinesischen Zoll wurde es dann aufgehalten! Dort erkannte man natürlich, dass es sich um eine Fälschung handelte und behielt das Paket ewig lang."

Paypal weigerte sich zu helfen, bis Wienerin mit Anwalt drohte

Paypal schloss den Fall der Wienerin kommentarlos, während sie alles versuchte, um irgendwie ihr Geld zurückzubekommen. "Auf der Botschaft sagte man mir, man könne keinen Kontakt mit dem Zoll aufnehmen. Von Paypal kam immer nur eine Standardantwort. Erst als ich blöffte und sagte, ich habe einen Anwalt in der Sache beauftragt, hieß es plötzlich, man könne den Fall doch wiederaufnehmen."

Nach monatelangem Hin und Her und viel Beharrlichkeit von Marion wurde der Fall schließlich zu ihren Gunsten entschieden. Zufrieden ist die Wienerin trotzdem nicht. Sie möchte andere Shopperinnen warnen: "Ich bereue es, mich auf Paypal verlassen zu haben. 'Käuferschutz' bedeutet bei dieser Firma nichts. Bis jetzt war es ein Zeichen von Qualität, wenn ich in einem Shop mit Paypal zahlen kann, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Das war das erste Mal, dass ich Probleme hatte, und man hat mich völlig im Stich gelassen."

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