Norwegen und Schummeln im Skispringen – da war doch etwas. Bei der Heim-Weltmeisterschaft 2025 sind manipulierte Sprunganzüge beim norwegischen Team durch ein heimlich gefilmtes Video aufgeflogen. Der Anzug-Skandal beschäftigte den Ski-Weltverband monatelang und hat nun den schlechtesten Saisonstart eines norwegischen Skisprung-Teams seit 23 Jahren zur Folge.
Nun sind es norwegische Journalisten, die bei Österreichs Skispringern eine Schummelei wittern, berichtet zumindest der "ORF". Demnach sollen Österreichs Springer, die mit durchwachsenen Ergebnissen zur Vierschanzentournee gekommen waren, eine illegale Bindung verwendet haben. Der ÖSV soll den Vorwürfen aus Norwegen zufolge nach dem ersten Sprungdurchgang des Vierschanzentournee-Auftakts in Oberstdorf vom Weltverband FIS zum Tauschen der Bindungen aufgefordert worden sein.
Daniel Tschofenig landete als bester heimischer Springer auf Platz zwei, Jan Hörl wurde nach der Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc, eigentlich geteilter Zweiter (zu weiter Anzug), Vierter, Stephan Embacher, Jonas Schuster und Stefan Kraft landeten ebenso in den Top Ten, belegten die Plätze sieben bis neun. Dass kein rot-weiß-roter Springer disqualifiziert worden war, sei den Norwegern demnach sauer aufgestoßen.
Ob der Sachverhalt tatsächlich so passierte, ist unklar. Gegenüber dem "ORF" betonte Österreichs Cheftrainer Andreas Widhölzl jedenfalls: "Die Bindungen sind legal, von der FIS angeschaut und abgenommen worden, das war nie ein Thema. Immer wieder versucht wer, was zu finden, anstatt sich aufs Skispringen zu konzentrieren." Dies sei auch vor einem Jahr der Fall gewesen. Damals dominierten Österreichs Springer die Tournee, Tschofenig siegte letztendlich. Damals war über vermeintliche "Wunderanzüge" der Österreicher spekuliert worden.
"Hut ab vor den Serviceleuten, wenn sie in 20 Minuten alle Bindungen gewechselt haben", schmunzelte Widhölzl und schob noch einmal an: "Die Bindungen sind völlig handelsüblich, jeder andere hat die auch." Nun soll es vor allem auch um die Bindung von Routinier Manuel Fettner gehen. "Sie ist ein bisschen anders", erklärte Widhölzl, "aber nur was die Fixierung des Schuhs betrifft, was keinen Einfluss hat." Der Tiroler springe schon "seit fünf oder sechs Jahren" mit dieser Bindung, "und das war nie ein Thema". Auch Fettners Bindung sei freilich legal, betonte Österreichs Cheftrainer, "sonst wären wir disqualifiziert worden."