Konkurrenz um Blüten

Bienen-Boom: Darum warnen Naturschützer

Immer mehr Menschen halten privat Honigbienen. Naturschützer schlagen Alarm - denn das könnte den bedrohten Wildbienen schaden.
Technik Heute
27.05.2026, 19:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die private Haltung von Honigbienen wird immer beliebter. Was viele für einen Beitrag zum Naturschutz halten, sehen Experten jedoch kritisch. Denn die zunehmende Zahl an Hobby-Imkern könnte ein Problem für die heimischen Wildbienen darstellen.

"Viele Menschen verwechseln die Haltung von Honigbienen mit Naturschutz", erklärt Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität. Die Honigbienen tragen zwar zur Bestäubung bei, können aber unter Umständen zur Konkurrenz für Wildbienen werden. "Ich würde derzeit davon abraten", so die Expertin.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie chip.de berichtet, gibt es in Deutschland mittlerweile rund eine Million Honigbienenvölker in privater Haltung. Zum Vergleich: 1951 waren es noch etwa zwei Millionen. Doch die Bedingungen für alle blütenbesuchenden Insekten haben sich verschlechtert.

Imker sehen keine grundsätzliche Konkurrenz

Der Deutsche Imkerbund widerspricht der Kritik. "Die Natur hat Mechanismen eingebaut, dank denen es kaum zu Nahrungskonkurrenz kommt", sagt August-Wilhelm Schinkel, Präsidiumsmitglied des Verbandes. Es gebe rund 600 Bienenarten, die sich von unterschiedlichen Pflanzen ernähren und zu verschiedenen Tageszeiten aktiv sind.

"Die Imkerei hat mit Naturschutz erst einmal nichts zu tun", betont Schinkel. Es handle sich um ein Handwerk, das seit dem Mittelalter betrieben werde. Dennoch legten viele Imker auch Wert auf Naturschutz - etwa indem sie für ganzjährig blühende Pflanzen rund um ihre Völker sorgen.

Das wahre Problem liegt woanders

Experten sind sich einig: Die größten Bedrohungen für Wildbienen sind nicht die Honigbienen, sondern Monokulturflächen, Pestizideinsatz und die zunehmende Flächenversiegelung. Diese Faktoren schränken die Lebensräume aller Insekten massiv ein.

"Eigentlich haben wir genug Nahrung, um alle Bienen zu ernähren. Nur ist es so, dass sie nicht gleich verteilt ist", erklärt Schinkel. Eine einheitliche Bewertung für ganz Deutschland sei schwer, da überall unterschiedliche Bedingungen vorliegen.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 27.05.2026, 19:18
Jetzt E-Paper lesen