Im Frühling beginnt für die Kiebitze die Brutzeit, doch der typisch österreichische Feld- und Wiesenvogel hat es ziemlich schwer. Wie auch bei der Feldlerche, dem Turmfalken oder dem Bluthänfling gehen seine Bestände seit Jahren dramatisch zurück.
„Die brauchen alle Strukturreichtum und Insekten in der Agrarlandschaft“Daniel LeopoldsbergerBirdlLife-Ornithologe
Der Kiebitz wurde zum "Vogel des Jahres" gewählt, um auf den bedrohten Lebensraum, die betroffenen Arten und auf sich selbst aufmerksam zu machen.
Unsere Wiesenbrüter haben es generell nicht leicht, aber kennst du alle Arten? Klick dich durch:
In den letzten 25 Jahren ist laut Leopoldsberger jeder zweite Kiebitz in Österreich verschwunden. Es gibt nur mehr wenige Kolonien, in denen man diese Vögel beobachten kann. Diese Brutplätze müssen gezielt geschützt werden.
Ein Hauptgrund für die Gefährdung: Der Kiebitz legt sein Nest am Boden an – oft mitten auf Äckern. Kiebitze brauchen freie Sicht, erklärt Feldornithologin Andrea Goldner: "Sie sind ganz gerne auf einer Stelle, wo sie den Überblick haben und dass sie sich auch vor Feinden schützen. Sie sind ja Koloniebrüter, die dann auch gemeinsam gegen Feinde vorgehen können. Und dann haben sie einfach die offene Landschaft, wo sie alles gut im Blick haben."
Damit die Nester geschützt werden, ist die Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten besonders wichtig. Sobald Ornithologen mit dem Fernrohr beobachten, dass ein Kiebitz auf einem Acker brütet, markieren sie das Nest mit gut sichtbaren Steckern. So kann der Traktorfahrer das Gelege erkennen und beim Arbeiten ausweichen.
Die Ornithologen fotografieren die Nester, sammeln die Bilder und trainieren eine künstliche Intelligenz, damit sie die Gelege in Zukunft automatisch erkennen kann. Die Daten werden in die Plattform "Naturalist" eingetragen, damit die Nester auch GPS-genau erfasst werden, so Leopoldsberger. Wenn du selbst Kiebitze siehst, kannst du deine Beobachtungen ganz einfach über die App ornitho.at melden und so beim Schutz dieser besonderen Vögel mithelfen.