Hunderte Säugetiere verendet

41 Grad heiße Gewässer – Delfine sterben an Überhitzung

Extreme Hitze und Dürre treiben im Amazonas hunderte Flussdelfine in den Tod - Forscher schlagen Alarm.
Bernd Watzka
20.04.2026, 11:06
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Nach dem dramatischen Massensterben von Flussdelfinen im Jahr 2023 spitzt sich die Lage weiter zu. Auch 2024 wurden erneut tote Tiere in ausgetrockneten und überhitzten Gewässern entdeckt. Neue Studien aus 2025 zeigen nun erstmals im Detail, wie stark sich Flüsse und Seen durch die Klimakrise aufheizen können - mit fatalen Folgen für ganze Ökosysteme.

"Thermische Fallen" schnappen zu

Demnach kletterten die Wassertemperaturen in einzelnen Seen im Amazonas auf bis zu 41 Grad Celsius. Gemeinsam mit anhaltender Dürre und sinkenden Pegeln entstehen sogenannte "thermische Fallen": Das sind Lebensräume, in denen Tiere keinen kühleren Rückzugsort mehr finden und regelrecht gefangen sind.

200 tote Flussdelfine

Allein in einem Gebiet wurden mehr als 200 tote Flussdelfine gezählt, insgesamt starben mehrere Hundert Tiere. "Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass wir es nicht mehr mit einzelnen Extremereignissen zu tun haben, sondern mit einer neuen, gefährlichen Normalität", sagt WWF-Experte Axel Hein.

Wenn sich Flüsse so stark aufheizen, verlieren sie ihre Funktion als Lebensraum - mit "dramatischen Folgen für Biodiversität und letztlich auch für den Menschen", warnt Hein.

Flüsse und Feuchtgebiete stärker schützen

Der WWF Österreich fordert verstärkte internationale Maßnahmen zum Schutz von Flüssen und Feuchtgebieten. Es brauche mehr Einsatz gegen die Klimakrise und den Erhalt natürlicher Flussdynamiken. Die Entwicklungen im Amazonas seien ein Warnsignal für Gewässer weltweit.

Tiefgreifende Veränderungen der Lebensräume

Flussdelfine zählen zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde und gelten als wichtige "Zeiger-Arten für gesunde Süßwasserökosysteme". Ihr Sterben zeige, wie tiefgreifend sich diese Lebensräume verändern. Neben der Klimakrise verschärfen Verbauung, Verschmutzung, Schifffahrt und steigender Nutzungsdruck die Situation zusätzlich.

Fischerei als große Gefahr für Säuger

Vor allem die Fischerei wird zur Gefahr. Der WWF arbeitet daher mit lokalen Fischern zusammen und setzt auf sogenannte "Pinger" - kleine Schallgeräte an Netzen. Diese helfen den Delfinen, die Netze rechtzeitig zu erkennen und auszuweichen.

In einem Test sank der Schaden an Netzen um 40 Prozent, gleichzeitig verfing sich kein Tier mehr. Auch die Fischer profitierten: Ihre Fangmengen verdreifachten sich.

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