"Das gehört wertgeschätzt"

"Bier ist viel zu billig" – Brauerei-Chef schlägt Alarm

Obwohl auch die Bierpreise von der Teuerungskrise betroffen sind, ist das Getränk aus Sicht von Ottakringer-Geschäftsführer Frank "viel zu billig".

Nicolas Kubrak
"Bier ist viel zu billig" – Brauerei-Chef schlägt Alarm
Die Ottakringer Brauerei ist wegen der Bierpreise alarmiert – aus Sicht des technischen Geschäftsführers ist Bier im Supermarkt "viel zu billig".
Weingartner-Foto / picturedesk.com

Bei den sommerlichen Wochenendtemperaturen war ein kühles Bier für so manchen unverzichtbar. In der Gastronomie kratzt der Bierpreis jedoch an sechs Euro, weshalb viele zum klassischen Dosenbier im Supermarkt greifen – für einen deutlich günstigeren Preis. Aus Sicht von Tobias Frank, technischer Geschäftsführer der Ottakringer Brauerei, ist das ein großes Problem.

"Viel zu billig"

Gegenüber der "Kronen Zeitung" erläuterte er die Sichtweise eines Bierproduzenten. Der Aktionsanteil bei Bier in Supermärkten sei über die Jahre gestiegen. Eine Dose sei häufig um 50 Prozent reduziert, "also um 59 Cent aufwärts". "Aus Sicht einer Brauerei ist Bier viel zu billig, denn es ist ein landwirtschaftliches Produkt. Es dauert ein Jahr, bis die Gerste vom Feld in Form von Bier im Glas ist. Das gehört wertgeschätzt", sagte Frank zur Tageszeitung.

Schlimme Folgen für Bierkultur

Frank erklärte, welche Probleme ein so billiges Bier mit sich bringt. Ein Preis von 59 Cent sei "für die Bierkultur nicht gut" und "wirtschaftlich an der Grenze". Überhaupt sei er nur möglich, weil sich Hersteller und Händler den Rabatt teilen. Gleichzeitig würden Brauereien aber unter der enormen Teuerung leiden. "Wir können die höheren Kosten nicht in vollem Umfang an die Konsumenten weitergeben, es über Effizienz abzufedern." Das zeigt sich an den Betriebsergebnissen, die in den letzten Jahren konsequent negativ gewesen sind.

Dose oder Flasche?

Die höheren Gastronomiepreise sind für Frank nachvollziehbar. "Das ist ein anderes Konzept, dort gibt es Service und man bekommt frisches Fassbier, das frischeste Bier überhaupt." Außerdem habe die Gastronomie hohe Kosten für Miete, Personal & Co, so der technische Geschäftsführer.

Immer wieder stellt sich bei Bierfans die Frage, ob Flaschen- oder Dosenbier die bessere Wahl ist. Der 1. Braumeister klärt auf: "Die Dose ist lichtdicht und sehr leicht, wie ein kleines Fass – und das ist für die Bierqualität am besten. Auch der ökologische Fußabdruck der Dose ist besser als bei einer Einwegflasche, denn sie besteht größtenteils aus recyceltem Aluminium."

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    Leserreporter

    Auf den Punkt gebracht

    • Der technische Geschäftsführer der Ottakringer Brauerei, Tobias Frank, ist besorgt über die niedrigen Bierpreise und betont, dass Bier als landwirtschaftliches Produkt wertgeschätzt werden sollte, da es ein Jahr dauert, bis Gerste zu Bier verarbeitet ist
    • Er warnt vor den negativen Auswirkungen auf die Bierkultur und die Wirtschaftlichkeit der Brauereien durch stark reduzierte Bierpreise, besonders im Supermarkt im Vergleich zur Gastronomie
    • Tobias Frank, der technische Geschäftsführer der Ottakringer Brauerei, warnt davor, dass Bierpreise, insbesondere im Supermarkt im Vergleich zur Gastronomie, viel zu niedrig sind und betont die Notwendigkeit, Bier als landwirtschaftliches Produkt zu wertschätzen, da es ein Jahr dauert, bis Gerste zu Bier verarbeitet ist
    • Er warnt vor negativen Auswirkungen auf die Bierkultur und die Wirtschaftlichkeit der Brauereien durch stark reduzierte Bierpreise
    nico
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