Die Teuerungen erdrückt viele Familien, Alleinerzieher und Pensionisten, geht teils auch massiv auf die Psyche der Menschen. Eine Silvesterparty bietet da eine willkommene Abwechslung und Flucht von den Alltagssorgen. Der harte Sprit ist nämlich entgegen aller Teuerungen billig geblieben.
Vor allem der "billige Fusel" blieb preismäßig in den letzten 10 bis 15 Jahren nahezu unverändert. Zahlte man etwa im Jahr 2008 bei einem Diskonter in Österreich 4,99 Euro für eine 0,7 Liter-Flasche Vodka, zahlt man Ende 2023 5,99 Euro. Und auch bekannte Supermärkte können beim preislichen Limbo mithalten. Beim Spar etwa kostet eine 0,7 Liter-Flasche Vodka der Eigenbilligmarke unglaubliche 5,99 Euro. Und das obwohl die Preise für Glasflaschen und Kartonagen massiv gestiegen sind.
Aber auch die Konkurrenz lässt zu Silvester die Hosen runter: Beim Billa gibt es eine Flasche "Jonny Walker Red Label" um unglaubliche 9,99 Euro - ab zwei Stück allerdings. Der Normalpreis: 17 Euro. Überhaupt sind die gängigen Vodka- oder Wiskey- oder Ginsorten des unteren bis mittleren Preissegmentes auffallend stabil in Zeiten der extremen Teuerungen geblieben.
Dass Limonaden in Gasthäuser mittlerweile teils einiges teuerer als Bier sind ist schon länger kein Geheimnis mehr - mehr dazu hier. Indes auch im Supermarkt kostet ein halber Liter Dosenbier meist weniger als 0,5-Liter Fruchtsaft oder Limonade. Eine Dose Billigstbier kostet sogar weniger als ein halber Liter Mineralwasser einer gängigen Marke.
Dass etwa Semmerl um bis zu 28 Prozent teurer wurden, Spirituosen und Liköre aber sogar billiger wurden, war bereits im Vorjahr zu beobachten.
Aber Vorsicht sei beim Billigstschnaps geboten, außer man nimmt lange Kopfschmerzen in Kauf: Denn dieser enthält im Gegensatz zu teureren Produkten weit mehr Begleitalkohol. Zu den sogenannten Fuselstoffen zählen beispielsweise Methanol, Butanol, Hexanol und Propanol. Im Körper sorgen sie eben dafür, dass man schneller und länger Kopfschmerzen hat.
Eigenmarken und Billigwaren sind derzeit heiß begeht, aber teils schnell vergriffen
Auf Nachfrage bei einem Großkonzern, warum Billigvodka so billig sein kann, meinte eine Sprecherin: "Das Sortimentsmanagement ist zwischen den Feiertagen nicht besetzt. Die Frage können wir erst nach den Feiertagen beantworten."