Dieser Bim-Fahrer steckt hinter TikTok-Account

Der Bim-Fahrer Michal D. begeisterte mit seinem Clip auf TikTok.
Der Bim-Fahrer Michal D. begeisterte mit seinem Clip auf TikTok.Helmut Graf
16.400 User waren von seinem lustigen TikTok-Clip aus einer leeren Bim begeistert. "Heute" verrät, wer hinter dem Account "miketram60" steckt.

Im Hintergrund läuf der Song "Living on my own" von Freddie Mercury, während der Bim-Fahrer in seiner Fahrerkabine filmt und mit der Handykamera in die leere Straßenbahn schwenkt. 15 Sekunden dauert der humorvolle Clip von "miketram60", der das Netz begeisterte. Binnen vier Tagen hatte das Video 16.400 Likes ("Heute" berichtete). Hinter dem Playback-Sänger steckt der 36-jährige Michal D. Seit 12 Jahren ist er für die Wiener Linien unterwegs. Nach dem Hype um seinen Clip löschte er das Video Mittwochnachmittag überraschend (auf Twitter kursiert es noch, siehe unten). "Mir war die Aufmerksamkeit einfach zu viel", klärt der Wiener auf. "Der Clip war nur Spaß, ich war total überrascht von den vielen positiven Rückmeldungen".

Im Lockdown fehlen die Fahrgäste

Entstanden ist das Video in einer kurzen Pause am Abend. Während um diese Zeit normalerweise reges Treiben in den Öffis herrscht, bleiben die Fahrgäste seit den Ausgangsbeschränkungen nach 20 Uhr aus. "Spätestens ab 20.30 Uhr ist es richtig ruhig, nur vereinzelt steigen Leute ein. Die Stadt hat dabei etwas Mystisches an sich", erzählt Michal D. Am Abend sind bis zu 80 Prozent weniger Wiener mit U-Bahn, Bus und Bim unterwegs. "Mir gehen die Fahrgäste schon ab", so der 36-Jährige. Wie berichtet, halten die Wiener Linien an ihrem Fahrplan fest. "Wir sind für die ganze Stadt da", so Michal D. Schließlich müssen trotz Lockdown auch Schichtarbeiter, Bäcker und Angestellte zur Arbeit. Wer die Öffis vermisst: Auf TikTok will "miketram60" weiterhin für Unterhaltung sorgen, "ich habe schon Ideen".

Straßenbahnfahren als Berufung

Schon als Kind ist Michal D. gerne mit der Bim gefahren, am liebsten mit der Linie 60 durch den 23. Bezirk. "Das war meine Stammstrecke während meiner Schulzeit", erzählt er. "Straßenbahnfahrer ist für mich kein Beruf, sondern Berufung". Als Angestellter der Wiener Linien ist er in der ganzen Stadt unterwegs, gestern drehte er mit dem D-Wagen seine Runden, heute mit dem 38er.

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