Biontech entwickelt nun einen Impfstoff gegen Malaria

Im Jahr 2019 starben weltweit mehr als 400.000 Menschen am Malaria-Erreger, der über Mücken übertragen wird. Die meisten davon waren Kinder.
Im Jahr 2019 starben weltweit mehr als 400.000 Menschen am Malaria-Erreger, der über Mücken übertragen wird. Die meisten davon waren Kinder.Getty Images/iStockphoto
Nach dem Coronavirus-Impfstoff will Pfizer/Biontech mit der mRNA-Technologie nun auch dem Malaria-Virus den Kampf ansagen.

Das Mainzer Unternehmen Biontech will in den kommenden Jahren einen mRNA-Impfstoff gegen Malaria entwickeln. Man plane den Start einer klinischen Studie bis Ende 2022, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Man wolle einen sicheren und hochwirksamen mRNA-Impfstoff mit länger anhaltender Immunität zur Vorbeugung von Malaria entwickeln, kündigte Biontech an. Darüber hinaus prüfe man Möglichkeiten, in Afrika Produktionsanlagen aufzubauen, die mRNA-basierte Impfstoffe herstellen können. Ein mRNA-Impfstoff enthält den Bauplan für einen Teil des Erregers, der Körper kann so einen Impfschutz aufbauen. Das Kürzel mRNA steht für Boten-Ribonukleinsäure.

400.000 Todesopfer im Jahr 2019

Das Projekt wird unterstützt von der Europäischen Kommission, der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sowie anderen Organisationen. "Wissenschaft, Zusammenarbeit und Technologietransfer sind entscheidend bei diesem Projekt", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin.

Malaria zählt weltweit zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten: Im Jahr 2019 registrierte die WHO 229 Millionen Erkrankungen und mehr als 400.000 Todesopfer, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach einem zuverlässigen Impfstoff – bislang ist jedoch kein Präparat zugelassen. "Die mRNA-Technologie könnte eine Wende bedeuten", sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Das typische Symptom sind Fieberschübe, die sich mit fieberfreien Intervallen abwechseln. Prinzipiell ist jede Malaria heilbar. Besonders bei Malaria tropica hängt die Prognose aber davon ab, ob der Patient frühzeitig und richtig behandelt wird. Unbehandelt kann sie tödlich verlaufen.

Die Symptome: Generell tauchen bei Malaria Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Auch Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sind möglich. Manche Patienten führen die Beschwerden fälschlicherweise auf einen einfachen grippalen Infekt oder eine Grippe zurück.

Im Krankheitsverlauf kann sich die Milz vergrößern, weil sie bei Malaria Schwerstarbeit leisten muss: Sie muss die vielen roten Blutkörperchen abbauen, die durch den Malaria-Erreger zerstört werden. Überschreitet die Milz eine kritische Größe, kann die sie umgebende Milzkapsel einreißen (Milzriss, Milzruptur). Dadurch kommt es zu starken Blutungen ("Tropisches Splenomegalie-Syndrom"). Auch eine Vergrößerung der Leber als Folge der Malaria-Infektion ist möglich. Sie kann mit Gelbsucht einhergehen.

Außerdem können die Malaria-Erreger die Lunge befallen oder auch in das zentrale Nervensystem eindringen. 

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