Wien

Stadt dreht bis Ende 2022 vielen Neubauten das Gas ab

In fünf weiteren Bezirken gilt künftig im Neubau ein Gas-Verbot. Die zugrundeliegenden Energieraumpläne werden nun von der Stadt beschlossen.

Louis Kraft
Teilen
Ab Ende 2022 darf in keinem Bezirk mehr Gas in einem Neubau zum Einsatz kommen.
Ab Ende 2022 darf in keinem Bezirk mehr Gas in einem Neubau zum Einsatz kommen.
Utrecht, Robin / Action Press / picturedesk.com

Einige Bezirke, darunter die Leopoldstadt, oder Neubau haben sie schon, nun ziehen fünf weitere Bezirke an: Im Gemeinderatsausschuss für Klima werden heute, Mittwoch, die Energieraumpläne für die Innere Stadt, Favoriten, Simmering, Hietzing und Liesing beschlossen.

Damit gilt künftig auch in diesen Bezirken ein Verbot für Gas in Neubauten. Der fossile Energieträger darf also weder für Heizen noch für Warmwasser eingesetzt werden. Stattdessen setzt die Stadt auf "hocheffizientes Heizen" durch klimafreundliche Technologien.

"Unser Ziel ist klar: Wir wollen bis 2040 raus aus Gas. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, sich aus der Abhängigkeit von fossiler Energie aus dem Ausland zu befreien. Die nachhaltigste Maßnahme gegen die Abhängigkeit und gegen hohe Heizkosten ist der Umstieg auf erneuerbare Wärme", erklärt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Mehrheit der Wiener Bezirke auf Schiene zum Gas-Ausstieg

Seit 2019 ist es der Stadt Wien möglich, Energieraumpläne für Gebiete zu verordnen, wo im Neubau nur noch erneuerbare Heizsysteme eingesetzt werden dürfen. Den Anfang machten 2020 die Bezirke Leopoldstadt, Landstraße, Neubau und Ottakring, wir haben berichtet. Mittlerweile ist die Mehrheit der Wiener Bezirke davon erfasst: Für acht Bezirke (2., 3., 7., 8., 9., 16., 18. und 19.) wurden bereits Energieraumpläne verordnet, mit dem Beschluss im Gemeinderat folgen nun fünf weitere Bezirke.

Geothermie und Fernwärme ersetzen Gasleitungen

Bei den erneuerbaren Energieträgern setzt die Stadt vor allem auf Geothermie und Fernwärme. "Aufgrund technischer Möglichkeiten wie Erdsonden, Wärmepumpen und der Fernwärme müssen keine Gasheizungen mehr verbaut werden. Die Energieraumpläne sind die Grundlage dafür, dass in Wien immer mehr Gebäude klimafreundlich geheizt und gekühlt werden", erklärt der Leiter der zuständigen Energieplanungsabteilung (MA20), Bernd Vogl. Die Energieraumpläne können von Anfang an auch vollständig digital erledigt werden.

Welche erneuerbaren Energien in den einzelnen Grätzeln verfügbar sind, zeigt ein Themenstadtplan der Stadt, nachzulesen hier.

90% aller Gebäudeemissionen durch Gas verursacht

Klimafreundliches Heizen und Kühlen spielen auch im kürzlich präsentierten Wiener Klimafahrplan eine tragende Rolle. Wien weise im Bundesländervergleich mit Abstand den geringsten Endenergieverbrauch pro Kopf für Raumwärme und Warmwasser auf. Allerdings werden fast 90 Prozent der Gebäudeemissionen durch Gasheizungen verursacht. "Im Neubau haben wir mit den Energieraumplänen ein wirksames Instrument für klimafreundliche Gebäude", ist sich Czernohorszky sicher.

Die Energieraumpläne werden nun schrittweise ausgeweitet, bis Ende 2022 sollen alle 23 Bezirke einen haben. Die nächste Tranche von sechs Bezirken steht bereits kurz vor der öffentlichen Auflage. Für den Ausstieg aus fossiler Energie in Bestandsgebäudes erarbeitet die Stadt Wien – wie im Regierungsprogramm und im Klimafahrplan vorgesehen – bis Jahresende die Strategie "Wiener Wärme und Kälte 2040".

    <strong>27.02.2024: Personalnot – Nobel-Konditor plant drastischen Schritt.</strong> Unzählige Betriebe suchen verzweifelt neues Personal. Eine bekannte Konditorei aus dem Salzkammergut <a rel="nofollow" data-li-document-ref="120020981" href="https://www.heute.at/s/personalnot-nobel-konditor-plant-drastischen-schritt-120020981">lässt jetzt mit einer Ansage aufhorchen &gt;&gt;&gt;</a>
    27.02.2024: Personalnot – Nobel-Konditor plant drastischen Schritt. Unzählige Betriebe suchen verzweifelt neues Personal. Eine bekannte Konditorei aus dem Salzkammergut lässt jetzt mit einer Ansage aufhorchen >>>
    Foto Hofer, Heschl