Bis zu 3 Mio. Euro – so viel kostet Hofburg-Wahlkampf

Alexander Van der Bellen geht mit rund einer Million Euro ins Rennen.
Alexander Van der Bellen geht mit rund einer Million Euro ins Rennen.JFK / EXPA / picturedesk.com
Bis September haben unsere Politiker Zeit, Unterschriften zu sammeln, um bei der nächsten Bundespräsidentenwahl anzutreten. Wer hat welches Budget?

Am 9. Oktober wählt Österreich den Bundespräsidenten, ab Dienstag müssen die jeweiligen Bewerber Unterstützungserklärungen sammeln, um anzutreten: Dafür müssen erstmals 6.000 Unterschriften bis 2. September eingereicht werden. Dann darf der Wahlkampf beginnen, allerdings wird er dieses Jahr etwas anders ablaufen als gewohnt.

Denn die Eigenwerbung auf diversen Social Media-Plattformen steht mehr im Fokus als je zuvor, dies verlangt auch ein anderes Wahlkampfbudget als noch vor sechs Jahren bei der letzten Bundespräsidentenwahl in Österreich. Man setzt nicht mehr wie gewohnt auf Wahlplakate, Flyer und die üblichen TV-Werbungen, sondern auf soziale Netzwerke und den digitalen Puls der Zeit. Der Hintergrund: Man erreicht so natürlich auch die junge Wählerschaft im Land.

Unterschiedliche Budgets im Wahlkampf

Die Wahlkampf-Kassen sind dabei sehr unterschiedlich gefüllt: Von drei Millionen bis hin zu ein paar Tausend Euro. Alexander Van der Bellen hat mit Spenden von der grünen Partei und Privaten rund eine Million Euro zur Verfügung. Er setzt neben den klassischen Werbestrategien dieses Jahr vor allem auf die Plattform TikTok.

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Das größte Budget mit rund drei Millionen Euro bringt der Bewerber der FPÖ, Walter Rosenkranz mit. Er möchte vor allem auf Facebook Werbung schalten, um die Wählerschaft zu erreichen.

Michael Brunner von der MFG hingegen hat ein Budget von 120.000 Euro und erklärt: "Ich glaube nicht, dass man drei Millionen Euro für einen Wahlkampf benötigt, wir werden alle Kanäle nutzen: Telegram, Instagram, WhatsApp, aber auch Auftritte bei Veranstaltungen."

Gerald Grosz, ehemaliger BZÖ-Politiker verspricht einen Wahlkampf, wie man ihn nur aus Amerika kennt: Er tritt ohne Partei im Hintergrund an und zahlt seinen Wahlkampf aus eigener Tasche. Er wird vor allem sein Social Media Publikum nutzen: "Es wird zu 90 Prozent Social Media sein, aber auch eine Tour durch alle Bundesländer. Ich will eine Gesprächsreihe durch Österreich, ich werde keine Reden halten, sondern den direkten Kontakt zur Bevölkerung suchen."

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Mit und ohne Kampagne

Marco Pogo, Chef der Bierpartei geht mit dem kleinsten Budget ins Rennen, auch er setzt auf Social Media, aber etwas anders als die Kollegen: "Wenn man sich die Profile der anderen Kandidaten so ansieht, ist es nicht schwer da herauszustechen, das geht ja oft auch mit relativ großer Peinlichkeit einher. Ich bin eigentlich der Meinung, mit guten Ideen, kann man auch ohne breit angelegte Kampagnen und ohne Geld mit dem Heizlüfter rauszublasen, viel erreichen."

Politikwissenschafterin Kathrin Stainer-Hämmerle analysierte im Ö1-Morgenjournal die aktuelle Lage: "6.000 Unterschriften zu sammeln sind eine Hürde, jeder Wahlkampf birgt eine gewisse Dynamik. Bei einer Wiederwahl wo der Amtsinhaber eigentlich als unschlagbar gilt, rechnet man mit einer geringen Wahlbeteiligung, jedoch ist die Neugierde nicht zu unterschätzen. Erste Umfragen weisen darauf hin, dass Alexander van der Bellen keinen großen Vorsprung aufweist. Falls es Walter Rosenkranz gelingt ein Ergebnis zu erzielen jenseits der 20 Prozent ist das beachtlich. Der FPÖ geht es aber nicht so sehr um das Ergebnis ihres Kandidaten, sondern auch um das Setzen von Themen in einer Art Vorwahlkampf."

Niederlage vorprogrammiert

Bei den Landtagswahlen in Tirol sieht Kathrin Stainer Hämmerle keine guten Chancen für die ÖVP: "Eine Niederlage wird es auf jeden Fall in Tirol geben, die Tiroler Volkspartei wird verlieren, auch wenn sie jetzt versucht als "Liste Mattle" die ÖVP in den Hintergrund zu drängen. Momentan liegen die Freiheitlichen mit den Sozialdemokraten gleichauf. Es wird wohl auf eine sechs Parteien Parlament im Tiroler Landtag hinauslaufen."

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