Aufholjagd in Formel 1

"Blind!" Wie Verstappen und Red Bull alles riskieren

In Sao Paulo fuhr Max Verstappen aus der Box auf Platz drei. Grund: Red Bull riskierte alles. So ging der Plan auf.
Sport Heute
10.11.2025, 12:10
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Was Red-Bull-Pilot Max Verstappen in Brasilien ablieferte, war beeindruckend. Vom letzten Platz fuhr er aufs Podium, und das mit einem Auto, das noch tags zuvor kaum fahrbar war.

Die Geschichte dahinter zeigt, wie viel Risiko Red Bull für diesen Erfolg in Kauf nahm – und warum dieser Mut letztlich belohnt wurde.

Über Nacht ein neuer Plan

Nach dem enttäuschenden Sprint, war im Team klar: So geht es nicht weiter. "Wir waren mit der Balance des Autos und dem gesamten Fahrgefühl nicht zufrieden", erklärt Teamchef Laurent Mekies.

Die Folge: Red Bull warf über Nacht alles über den Haufen. Setup, Fahrwerk, Aerodynamik – sogar der Motor wurde getauscht. "Blind", wie Mekies betont, denn unter den Parc-ferme-Regeln durfte danach nicht mehr getestet werden. Der Preis: Start aus der Boxengasse.

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"Das ist Red Bulls DNA"

Und das nach einem historischen Quali-Debakel – Verstappen und Tsunoda flogen bereits in Q1 raus. Das gab’s bei Red Bull zuletzt 2006. Doch Panik? Fehlanzeige. "Das ist Red Bulls DNA", sagt Mekies. "Wir gehen Risiken ein, weil wir überzeugt sind, dass wir nur so gewinnen können."

Tatsächlich zahlte sich der Poker aus. Verstappen pflügte durchs Feld, überholte im Minutentakt, ließ sich auch von einem frühen Reifenschaden nicht aufhalten. "Wir haben nichts zu verlieren", funkte Verstappen an seinen Renningenieur – und fuhr genau so. Am Ende stand Platz drei – nur zehn Sekunden hinter dem Sieger.

Grundproblem des RB21

Ein Grundproblem freilich bleibt: Der RB21 ist extrem empfindlich – besonders bei Bodenwellen und wechselnden Bedingungen. In Interlagos war vor allem der zweite Sektor für Red Bull ein Alptraum. "Dort haben wir die meiste Zeit verloren", gibt Mekies zu. "Die Strecke ist uneben, viele Kurven mit Kuppen – das liegt unserem Auto nicht."

Die Setup-Änderungen brachten in genau diesem Abschnitt mehr Stabilität – allerdings auf Kosten des Grips in anderen Bereichen. Ein Kompromiss, der sich letztlich bezahlt machte.

Verstappen selbst erlebte zuletzt eine emotionale Achterbahnfahrt. Erst erklärte er die WM für entschieden, dann schöpfte er nach Updates wieder Hoffnung – und war nach dem Q1-Aus in Brasilien erneut am Tiefpunkt. Doch wie so oft schlug er am Sonntag zurück.

Ob Red Bull den RB21 auch in Las Vegas wieder ins perfekte Fenster bringt, bleibt offen. Mekies: "Es gibt keinen magischen Knopf. Wir müssen jedes Wochenende neu liefern."

Verstappen bot eine Show, liegt in der WM aber bereits 49 Zähler hinter Lando Norris. "Wir geben nie auf", verspricht er.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.11.2025, 12:13, 10.11.2025, 12:10
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