Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei in der türkischen Provinz Yalova südlich von Istanbul an. Sie wollten gegen mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vorgehen, die sich im Bezirk Elmali in einem Haus verschanzt hatten.
Doch die Razzia ging komplett schief. Ohne Vorwarnung eröffneten die mutmaßlichen IS-Kämpfer das Feuer auf die Beamten. Bei dem anschließenden Feuergefecht, welches sich auch auf – wie NTV berichtet – auch auf die umliegenden Straßen verlagerte, waren sechs Angreifer und drei Polizisten tot.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden acht weitere Beamte und ein Nachtwächter verletzt – schweben jedoch nicht in Lebensgefahr. Auch Spezialeinheiten aus der benachbarten Provinz Bursa wurden zur Unterstützung eingesetzt.
Infolge des Gefechts wurden fünf umliegende Schulen geschlossen. Auch die Strom- und Gasversorgung wurde gekappt. Das betroffene Gebiet wurde abgeriegelt – Zivilisten und Fahrzeuge hatten keinen Zutritt.
In der vergangenen Woche wurden bereits 115 mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Istanbul mitteilte, waren durch Geheimdienstinformationen Anschlagspläne des IS auf Weihnachts- und Neujahrsfeiern aufgedeckt worden. Die Justiz habe daraufhin Haftbefehle gegen 137 Verdächtige ausgestellt.
Die Türkei teilt eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit Syrien. In dem Nachbarland hatte ein mutmaßliches IS-Mitglied Mitte Dezember einen Anschlag auf US-Soldaten verübt, bei dem zwei Soldaten und ein Zivilist getötet worden waren. Es war der erste Vorfall dieser Art seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember vergangenen Jahres.