Nach einer Bombendrohung gegen einen Flug von Tel Aviv nach Wien haben die österreichischen Behörden jetzt mit Nachdruck die Ermittlungen aufgenommen. Der Verfassungsschutz ist am Zug, wie Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Montag erklärte. Wer genau hinter der Drohung steckt, ist derzeit noch unklar.
Die Maschine der Austrian Airlines wurde nach dem Hinweis am Sonntagabend vorsorglich nach Sofia umgeleitet. An Bord befanden sich 51 Passagiere und sechs Crewmitglieder. Laut Austrian Airlines musste der Flug OS82 wegen der Drohung in der bulgarischen Hauptstadt zwischenlanden. Bei der Durchsuchung des Flugzeugs, der Passagiere und der Besatzung wurde aber keine Gefahr festgestellt. "Die Sicherheit von Fluggästen und Crews hat immer oberste Priorität", betonte die Airline. Die Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigte, dass es sich um einen telefonischen Hinweis auf eine mögliche abstrakte Gefährdung gehandelt hat. Die Überprüfungen in Sofia verliefen negativ.
Ein Kampfjet der bulgarischen Luftwaffe begleitete den Airbus A320 zur sicheren Landung um 20.42 Uhr. Die Passagiere konnten noch in der Nacht weiter nach Wien fliegen und sind am Montagmorgen sicher in Schwechat gelandet.
Im Rahmen eines Arbeitsgesprächs mit seinem bulgarischen Amtskollegen Iwan Demerdschiew in Wien bedankte sich Innenminister Karner für die gute Zusammenarbeit und bestätigte, dass der Drohanruf am Flughafen Wien per Telefon eingegangen ist. "Das Wichtigste ist, dass alle Passagiere und die Crew letztendlich wieder sicher in Wien angekommen sind", so Karner.
Der Vorfall reiht sich in eine ganze Serie von Sicherheitsvorfällen bei Flügen mit Israel-Bezug ein. Erst vor weniger als drei Wochen hatte laut Ermittlern in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Co-Pilot versucht, eine Maschine der Gesellschaft flydubai in den Flughafen von Tel Aviv hineinzusteuern. In der vergangenen Woche wurden laut "Jerusalem Post" zudem zwei Flüge der US-Fluglinie Delta von Bombendrohungen betroffen – auch das stellte sich als Fehlalarm heraus.
Austrian Airlines gehört zu den wenigen europäischen Fluglinien, die überhaupt wieder Flüge nach Israel anbieten. Die Lufthansa-Gruppe hatte ihre Verbindungen nach Tel Aviv wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten vorübergehend eingestellt. Austrian Airlines nahm den Flugbetrieb auf der Strecke im Juni als eine der ersten Konzerngesellschaften wieder auf. Zuletzt bot die Airline 14 Flüge pro Woche zwischen Wien und Tel Aviv an.