Bordell-Chef in Wien sperrte trotz Corona-Verbots auf

Am Donnerstag entdeckte ein Leser einen Einsatz.
Am Donnerstag entdeckte ein Leser einen Einsatz.Leserreporter
Wegen des Verdachts auf illegale Prostitution musste die Polizei am Donnerstag in Wien ausrücken. Es kam zu sechs Festnahmen und mehreren Anzeigen.

Am Donnerstagnachmittag kam es zu einem Polizeieinsatz, unterstützend für die Gruppe Sofortmaßnahmen, in der Triester Straße in Wien-Favoriten. Der Verdacht: Eine fehlende Genehmigung sowie der Verdacht auf illegale Prostitution. "Seit 14:00 Uhr sind über zwanzig Polizisten vor Ort", berichtete ein "Heute"-Leserreporter noch am selben Tag.

"Auch zwei Polizeihunde sind mit dabei. Einige der Polizisten haben das Hotel gestürmt, während weitere draußen Stellung bezogen haben", berichtet der Leser weiter. Und: Die Einsatzkräfte sollen auch vierzig Minuten später noch das Gebäude durchsucht haben.

Beschwerden über "dubiose Personen"

"Die Aktion fand am Donnerstag statt, weil das Hotel Unterkünfte vermietet hat, obwohl es keine Betriebsanlagengenehmigung gibt", bestätigte der Sprecher der Gruppe Sofortmaßnahmen am Freitag den Einsatz gegenüber "Heute". "Eine Genehmigung ist deshalb wichtig, um relevante Punkte wie Brandschutz und Fluchtwege abzudecken. Diese wurden allerdings nicht eingehalten."

Auch soll es Beschwerden über "dubiose Personen" gegeben haben. "Deshalb war auch die Polizei zur Unterstützung vor Ort", erklärte der Sprecher im Gespräch mit "Heute" weiter. "Es gibt den Verdacht auf illegale Prostitution, was zwar noch nicht ganz nachweisbar ist, allerdings haben einige der Räumlichkeiten diesen Anschein erweckt." Laut Barbara Gass, Pressesprecherin der Polizei Wien, kam es daher auch zu einer Festnahme.

Sechs Festnahmen, mehrere Anzeigen

Noch am Donnerstag klickten für fünf weitere Personen die Handschellen wegen Verstößen gegen das Covid-19-Gesetz und wegen des Betreibens eines unbefugten Gewerbes, so der Sprecher der Gruppe Sofortmaßnahmen. "Wir haben die Personen, die ein Zimmer in dem Hotel bezogen hatten, in genehmigte Unterkünfte gebracht. Dazu gibt es ebenfalls Ermittlungen nach dem Meldegesetz, weil einige der Personen dort länger wohnhaft waren, ohne sich zu melden." Das Anmelden eines Wohnsitzes ist dann verpflichtend, wenn Personen mehr als drei Tage in der Woche an diesem Standort leben.

"Der Betreiber hat den Betrieb freiwillig eingestellt", so der Sprecher weiter. "Sollte er wieder öffnen, ohne eine Genehmigung zu haben, wird der Betrieb komplett gesperrt. Allerdings ist das Gebäude momentan nicht genehmigungsfähig, weil es Diskrepanzen bezüglich der Anzahl der Gesamtbetten und der Fluchtwege, die nicht für den Fall eines Brands ausgelegt sind und eine risikolose Evakuierung unmöglich machen würden, gibt."

Der Sprecher weist allerdings daraufhin, dass das Gebäude trotzdem betreten werden darf. "Umbauarbeiten dürfen natürlich gemacht werden. Eine gewerbliche Nutzung ist allerdings nicht erlaubt."

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