Wer schon einmal im Flugzeug auf der Toilette war, kennt das ohrenbetäubende Geräusch beim Spülen. Es klingt, als würde alles mit enormer Kraft abgesaugt. Kein Wunder, dass sich hartnäckig der Mythos hält, Flugzeuge würden ihre Bordtoiletten einfach während des Fluges in die Luft entleeren.
Die Vorstellung ist eklig: Dass das, was Passagiere in 10.000 Metern Höhe hinterlassen, irgendwo auf der Erde wieder herunterkommt. Doch wie realistisch ist dieses Szenario wirklich?
Die Antwort darauf ist simpel, meldet CHIP unter Berufung auf Professor Dieter Scholz von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg: Der Tank wird nach der Landung mit einem Schlauch abgesaugt und ins Abwasser geleitet. Selbst wenn der Pilot es wollte, könnte er die Flugzeugtoilette in der Luft gar nicht entleeren.
Das laute Geräusch beim Spülen entsteht, weil die Hinterlassenschaften in ein Vakuum gesaugt werden. Aus Gewichtsgründen arbeiten Flugzeugtoiletten nicht mit einer klassischen Wasserspülung wie am Boden. Das System ist geschlossen und arbeitet mit Unterdruck.
Nach dem Spülen wird der Inhalt in wenigen Sekunden in einen Sammeltank im Rumpf des Flugzeugs abgesaugt. Nach der Landung wird dieser Tank dann mit einem Spezialfahrzeug entleert.
Allerdings wird Abwasser tatsächlich in der Luft entleert: das Wasser aus dem Handwaschbecken. Dieses kommt aber gar nicht am Boden an, da es in der Atmosphäre schon verdunstet.
In den 1960er-Jahren kam es ab und zu zu kleinen Zwischenfällen, wenn Toilettentanks undicht waren und bei der Landung Flüssigkeit entwich. Die moderne Technik verhindert solche Vorfälle heute aber zuverlässig.
Der Mythos ist also entkräftet: Als Fußgänger bist du vor dem Flugzeugabwasser sicher.