Wien erlebt den brisantesten Box-Kampf seit Jahren.
Am legendären Heumarkt wird nach 74 Jahren wieder gekämpft, duellieren sich am Samstag bei der 18. Bounce Fight Night Mobin Kahraze und Mansur Elsajev im Halbschwergewicht um den WBF-WM-Gürtel.
"Ich bin bereit, im Ring zu sterben", kündigt Kahraze im "Heute"-Talk an – und teilt dann aus. "Mansur ist arrogant. Es wird ein schmutziger Fight."
Elsajev gilt als gefürchteter K.o-Schläger, 90 Prozent seiner Kämpfe beendete er vorzeitig. Kahraze ist ein Taktiker mit hoher Ring-Intelligenz. "Nur böse zu sein, ist zu wenig. Boxen ist wie Schach. Ich muss clever sein. Mansur ist stark, aber ich bin bereit für ihn."
Als Kind begeisterte ihn Mike Tyson für den Sport. "In meinem Dorf im Iran waren nur Ringer. Ich habe mich in Boxen verliebt, habe oft die Schule geschwänzt. Später habe ich bis zwölf Uhr Schuhe verkauft, dann trainiert, trainiert, trainiert."
2019 flüchtete er aus dem iranischen Nationalteam am Wiener Flughafen. Für das iranische Regime war es ein Tabu, dass er bei einem Turnier in Debrecen gegen einen Israeli kämpfen könnte.
"Man drohte mir beide Arme und Beine zu brechen, sobald ich zurück im Iran gewesen wäre", erzählt Kahraze "Heute". Gefängnis und Todesstrafe hätten ihm zurück in seiner Heimat geblüht.
Der Boxsport war in dieser schwierigen Zeit eine große Stütze. Er landete im Flüchtlingslager Traiskirchen. Über E-Mail meldete er sich beim Wiener Bounce Gym.
"Boxen hat mir mein Leben gerettet. Ich hatte das Gefühl, dass ich sterbe." Jetzt steht er vor dem größten Fight, kann er sich in Wien zum Weltmeister krönen.