2 Männer in Haft

Anschlag auf Rüstungsfirma – Polit-Motiv wahrscheinlich

Nach einem Brandanschlag nahe Münchner Rüstungsfirmen prüft die Generalstaatsanwaltschaft einen politischen Hintergrund der Tat.
Newsdesk Heute
04.09.2026, 17:29
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Nach einem Brandanschlag auf eine Baustelle nahe mehrerer Rüstungsunternehmen in München sitzen zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Bei den Verdächtigen handelt es sich um eine 28-jährige Bulgarin und einen 38-jährigen Landsmann.

Den beiden werden Sachbeschädigung und versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Sie sollen aus einem Auto heraus Brandsätze auf die Baustelle geworfen haben. Ein Ermittlungsrichter erließ gegen beide Haftbefehle.

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Ein Zeuge hat die mutmaßlichen Täter beobachtet. Die Polizei konnte die zwei Verdächtigen später bei einer Tankstelle festnehmen. Weitere Verdächtige gibt es bisher nicht, wie ein Sprecher vom Landeskriminalamt erklärt hat. Im Zuge der Ermittlungen sind drei Wohnungen im Bezirk München durchsucht worden. Dabei wurden zahlreiche Gegenstände sichergestellt, die jetzt ausgewertet werden.

In der Nachbarschaft der Baustelle stehen unter anderem die Firmenzentralen vom Sicherheitstechnikhersteller Rohde & Schwarz und vom Drohnenhersteller Helsing. Laut NTV ist bei Helsing öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland beliefert.

Ob diese Unternehmen das eigentliche Ziel waren, ist noch nicht geklärt. Einer der Brandsätze hat ein Feuer ausgelöst, das von Polizisten gelöscht werden konnte. Ein zweiter Brandsatz wurde entschärft. Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gehen aber davon aus, dass es einen politischen Hintergrund gibt. Deshalb hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Bei dieser Behörde ist auch die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.

Bayern und der Großraum München zählen schon lange zu den wichtigsten Standorten der deutschen Rüstungsindustrie. Rohde & Schwarz ist zwar kein klassisches Rüstungsunternehmen, stellt aber Mess- und Sicherheitstechnik her und hat auch eine militärische Sparte.

Helsing produziert unter anderem Kampfdrohnen, die mit künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Die Sicherheitsbehörden schätzen, dass die Gefährdung der deutschen Rüstungsindustrie durch den Ukraine-Krieg gestiegen ist. Nach Angaben vom bayerischen Wirtschaftsministerium aus dem Vorjahr entfällt ein Drittel des bundesweiten Umsatzes in diesem Bereich auf Firmen mit Sitz in Bayern. Die Branche beschäftigt im Freistaat rund 45.000 Menschen. Sowohl die Umsätze als auch die Zahl der Beschäftigten steigen, weil die europäischen NATO-Staaten nach der russischen Bedrohung ihre Verteidigungsausgaben stark erhöht haben.

Der Anschlag reiht sich ein in eine Serie von Sabotageakten gegen Unternehmen und wichtige Einrichtungen in ganz Deutschland. Deshalb berät die Bundesregierung jetzt gemeinsam mit den Bundesländern über neue Befugnisse für die Drohnenabwehr und weitere Schutzmaßnahmen. Das hat eine Sprecherin vom Bundesinnenministerium mitgeteilt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.09.2026, 17:29