Spur direkt nach Russland

2 Drohnen-Bomber vom Leipziger Flughafen identifiziert

Nach dem Beinahe-Drama am Flughafen Leipzig/Halle rücken zwei Verdächtige ins Visier. Die Spur soll bis zu Russlands Staat führen.
Newsdesk Heute
02.09.2026, 14:52
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Sprengstoff, Drohnen, eine ukrainische Transportmaschine: Der vereitelte Angriff auf dem Flughafen Leipzig/Halle wird für deutsche Ermittler immer brisanter. Anfang August war der Airport nach bisherigen Erkenntnissen womöglich nur knapp einer Katastrophe entgangen.

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR sind die Fahnder überzeugt, zwei Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem geplanten Anschlag identifiziert zu haben. Im Fokus stehen demnach ein gebürtiger Russe mit lettischem Pass und ein Mann aus Belarus, der auch einen russischen Pass besitzen soll.

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Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach am Dienstagabend von einem professionell vorbereiteten Anschlagsversuch. Geplant und durchgeführt worden sei dieser mit einem "hohen Maße an technischer Expertise und erheblichem organisatorischem Aufwand". In der Attacke erkenne man das "bekannte Muster hybrider russischer Operationen in Europa".

Dobrindt ging noch weiter: Die bisherigen Erkenntnisse würden "auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben", deuten. Die Bundesregierung komme zu dem Schluss, dass Russland den Anschlag vom 4. August "zu verantworten hat". Namen nannte der Minister nicht. Die Ermittlungen dauerten an und verlangten ein "Höchstmaß an Informationsschutz".

Einreise über Berlin, Visum aus Italien

Einer der Verdächtigen soll als Logistiker und Instrukteur der geplanten Attacke eine zentrale Rolle gespielt haben. Der gebürtige Russe mit lettischem Pass soll über Verbindungen zum russischen Geheimdienst verfügen. Er reiste laut den vorliegenden Angaben Ende Juli über den Flughafen BER nach Deutschland ein und soll danach mit einem Mietwagen in Richtung Leipzig unterwegs gewesen sein.

Zwei Tage vor dem gescheiterten Drohnenanschlag verließ der Mann Deutschland demnach wieder – erneut per Flugzeug über Berlin.

Am Tatort fanden Ermittler außerdem DNA-Spuren, die zu einem zweiten Verdächtigen geführt haben sollen. Gen-Rückstände wurden an einer Drohne, an der Innenseite einer mit Sprengstoff gefüllten Konservendose und an einer Antenne entdeckt. Diese Antenne war in der Nähe des Flughafens an einem Baum befestigt. Sie sollte offenbar die Signale für die per Mobilfunk gesteuerten Drohnen verstärken.

Der Abgleich mit europäischen Datenbanken brachte Treffer in Litauen und Finnland. So geriet ein Mann aus Belarus ins Visier, der in mehreren Ländern bereits wegen anderer Straftaten aufgefallen sein soll.

Auch seine Ein- und Ausreise nach Deutschland sollen die Ermittler inzwischen rekonstruiert haben. Der Mann soll mit einem italienischen Touristenvisum eingereist sein. Dieses Dokument wurde nach den vorliegenden Behördenangaben Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt.

Noch mehr Drohnen

Ob die mutmaßlichen Täter jemals vor Gericht stehen werden, ist offen. Die Fahnder sollen skeptisch sein. Der Grund: In früheren Fällen gelang es deutschen Behörden nicht, verdächtige Agenten festzunehmen, weil diese nicht mehr nach Europa reisten.

Unterdessen geht das BKA davon aus, dass bei dem gescheiterten Anschlag mehr Drohnen im Einsatz gewesen sein könnten als bisher bekannt. Drei Geräte wurden ganz oder in Teilen gefunden.

Moskau weist jede Verantwortung zurück. Die russische Botschaft in Berlin sprach von einer "hastig zusammengezimmerte Provokation" und erklärte, man sei "besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland".

Tiergartenmörder von Putin persönlich empfangen

Russland hatte auch in der Vergangenheit Vorwürfe im Zusammenhang mit Anschlägen und Sabotageaktionen zurückgewiesen. Genannt wird in diesem Zusammenhang der Mord an einem Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin im August 2019. Damals wurde ein russischer Auftragsmörder festgenommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2024 frei und wurde in Moskau von Präsident Wladimir Putin persönlich empfangen.

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