Anfang August herrschte am Flughafen Leipzig/Halle riesige Aufregung. Der Grund war der Fund einer Sprengstoff-Drohne in der Nähe von ukrainischen Flugzeugen. Lange wurde über die Herkunft des Flugobjekts gerätselt, nun dürfte man Gewissheit haben.
Wie die "Bild" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, soll hinter der Aktion ein Anschlagsversuch gesteckt haben. Demnach gebe es eine Spur zu einem russischen Geheimdienst. Noch am Dienstag sollen Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor die Kameras treten und die Ermittlungsergebnisse präsentieren.
Bisher gab es seitens der Bundesregierung keine direkte Zuschreibung für den Vorfall, jetzt soll sich dies ändern. Laut einer früheren Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stünden die Ermittlungen kurz vor Abschluss. Mögliche Konsequenzen für Russland sollen jedenfalls mit den europäischen Partnern abgestimmt werden.
Man könnte den russischen Botschafter ins Außenministerium zitieren, einzelne russische Botschaftsmitarbeiter des Landes verweisen oder auch weitere Sanktionen gegen Moskau verhängen. Bereits in letzter Zeit hatte der deutsche Bundeskanzler angekündigt, dass die Urheber des Vorfalls "dafür bezahlen" werden.
Ziel des mutmaßlichen Anschlags soll wohl eine ukrainische Militär-Frachtmaschine gewesen sein. Das 600-Gramm-Sprengstoffpaket ging nur nicht hoch, weil der Zünder versagte. Zudem soll eine zweite Drohne mit einer DHL-Frachtmaschine zusammengekracht sein. Nur zehn Tage später habe man eine weitere Sprengstoffdrohne in Kabelsketal gefunden.
Davor wurden in Kursdorf Metallteile und Explosionsspuren ausfindig gemacht. Die technischen Konstruktionen sollen wohl zur Steuerung einer Drohne gedient haben. Verbindungen zu weiteren Vorfällen in Europa werden geprüft. Laut "Bild"-Bericht soll es einen Zusammenhang zu Drohnen- und Sprengstofffunden in Rumänien geben. Die Ermittlungen im In- und Ausland würden weiterlaufen.