Einen Monat nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika untersucht Spanien nach Regierungsangaben weiter die Ursachen der Vorkommnisse. Damals waren über 72.000 Menschen von Marokko in die Hafenstadt gelangt. Nach Angaben der spanischen Regierung halten sich noch etwa 5000 Migranten in der Exklave auf, die örtlichen Behörden gehen von rund 10.000 aus.
"Wir ermitteln weiter", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Montag im Radiosender Cadena Ser. Zugleich prangerte der sozialistische Regierungschef "Falschinformationen" an, die durch eine "ultrarechte internationale Bewegung" verbreitet worden seien.
"Was wir bis heute wissen, ist, dass ein Beschluss des Obersten Gerichtshofs vom 8. Juli verzerrt wurde", sagte Sánchez. In manchen Berichten hatte es damals in der Folge geheißen, dass Migranten, die in Ceuta schwimmend ankämen, nicht nach Marokko abgeschoben werden könnten. Dies sei falsch, sagte Sánchez.
Das Gericht hatte verfügt, dass die sofortige Rückführung von Migranten, welche die Grenze illegal überqueren, nicht für diejenigen gilt, die auf dem Seeweg ankommen. Der Gerichtsbeschluss sei über Onlinedienste "durch Gerüchte, Desinformation, aber auch durch kriminelle Organisationen, die mit Menschen handeln", verbreitet worden, sagte Sánchez.
Nach dem Massenandrang auf Ceuta Ende Juli seien dann "Gerüchte und Desinformation" durch Onlinedienste verbietet worden, die "sowohl mit Russland als auch mit Israel in Verbindung stehen, wie auch mit einer ultrarechten internationalen Bewegung, die das Thema Migration immer dazu nutzt, nicht nur Spanien, sondern auch Europa anzugreifen und zu spalten", führte Sánchez weiter aus.
Zugleich schloss der spanische Ministerpräsident jegliche Verantwortung marokkanischer Behörden aus. Kein Geheimdienst, mit dem die Regierung in Madrid für gewöhnlich zusammenarbeite, lasse die geringsten Hinweise darauf erkennen, dass die Behörden des nordafrikanischen Landes "auf die eine oder andere Weise" an den Vorkommnissen beteiligt gewesen seien.