Wladimir Putin und Xi Jinping rücken demonstrativ zusammen. Beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan lobten die Staatschefs Russlands und Chinas ihre Partnerschaft – während die Spannungen mit dem Westen weiter eine zentrale Rolle spielen.
Xi empfing Putin nach dessen Ankunft in Bischkek und erklärte, er sei "froh", den russischen Präsidenten zu sehen. Die Beziehungen zwischen China und Russland seien "solider" geworden, die "Perspektiven" würden "noch besser" sein.
Der chinesische Staatschef verwies zugleich auf die internationale Lage. "Das Maß an Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit in der internationalen Ordnung" habe offensichtlich weiter zugenommen.
Putin zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Verhältnis zwischen Moskau und Peking. "Die Zusammenarbeit entwickelt sich auf allen Ebenen erfolgreich." Zuletzt waren die beiden Präsidenten im Mai persönlich zusammengekommen.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor viereinhalb Jahren und den darauf folgenden westlichen Sanktionen ist die russische Wirtschaft zunehmend von China abhängig. Europäische Staaten hatten Peking wiederholt dazu aufgefordert, seinen Einfluss auf Russland zu nutzen, um auf ein Ende des Krieges hinzuwirken.
Beim Treffen in Bischkek spielte der Ukraine-Krieg nach Angaben aus Moskau jedoch keine zentrale Rolle. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Putin und Xi hätten darüber lediglich "am Rande" gesprochen.
Mit Massud Peseschkian nimmt auch der iranische Präsident an dem Treffen teil. Der Iran gehört ebenso wie Russland zu den weltweit besonders stark von Sanktionen betroffenen Staaten. Es wurde erwartet, dass Putin auch mit Peseschkian Gespräche führt.
US-Präsident Donald Trump hatte Russland und China zuvor davor gewarnt, Waffen an den Iran zu liefern. Anfang der Woche war zudem CIA-Chef John Ratcliffe in geheimer Mission nach Moskau gereist.
Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit besteht seit 25 Jahren. Neben Russland, China und dem Iran gehören ihr Belarus, Indien, Pakistan und vier zentralasiatische Staaten an. Weitere 15 Länder sind als Beobachter oder "Dialogpartner" angebunden, darunter die Türkei, Saudi-Arabien und Katar.
In ihrer Gründungserklärung hält die Organisation fest, sich nicht "gegen andere Staaten" richten zu wollen. Putin und Xi nutzten die Treffen zuletzt allerdings verstärkt, um ihre Vorstellungen einer multipolaren Weltordnung zu präsentieren und sich als Gegengewicht zum Westen zu positionieren.
Beim Gipfel im vergangenen Jahr machte Putin den Westen für die Entstehung des Ukraine-Krieges verantwortlich. Xi kritisierte wiederum "Akte der Einschüchterung" gegen China und bezog sich damit auf die Spannungen mit den USA.
Neben den gemeinsamen Beratungen sind in Bischkek zahlreiche Treffen zwischen einzelnen Staats- und Regierungschefs vorgesehen. Putin will nach Angaben des Kremls am Rande des Gipfels unter anderem Gespräche mit seinen Amtskollegen aus Indien und der Türkei führen.