Russland plant nach Einschätzung europäischer Geheimdienste derzeit keinen militärischen Angriff auf einen europäischen NATO-Staat. "Die europäischen Dienste sehen generell keine Gefahr eines Angriffs Russlands auf europäische Länder, und diese Einschätzung hat sich nicht geändert", sagte am Donnerstag in Brüssel eine hochrangige EU-Beamtin. Sie ergänzte, dass alle europäischen Geheimdienste aber davon ausgehen, dass die hybriden Angriffe auf europäische Länder weitergehen werden.
Das "Wall Street Journal" und der US-Nachrichtensender CBS hatten am Mittwoch berichtet, der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, habe seine Gesprächspartner in Russland vor einem militärischen Vorgehen gegen Nato-Staaten gewarnt. Laut US-Geheimdiensterkenntnissen könnte Moskau versuchen, das Bündnis auf die Probe zu stellen. Das "Wall Street Journal" schreibt, Putin könnte die Nato in den nächsten Jahren mit einem "begrenzten Angriff" herausfordern. Russland wies diese Berichte zurück.
Der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter warnte in der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe), die hybriden russischen Angriffe könnten "als Vorbereitung eines möglichen begrenzten militärischen Angriffs Russlands auf ein Nato-Land genutzt werden".