Eine neue Analyse des International Institute for Strategic Studies (IISS) beleuchtet Russlands Spionage-Strategien gegen europäische NATO-Mitglieder. Konkret nahm das IISS 144 Vorfälle in 13 Ländern zwischen August 2024 und Februar 2026 unter die Lupe.
Gestartet wurden die unbemannten Flugobjekte dem Bericht zufolge von Tankern der russischen Schattenflotte, Frachtern in Küstennähe und kleineren Wasserfahrzeugen. Obwohl nicht jeder einzelne Vorfall von Moskau ausgegangen sein dürfte, sehen die Experten ein klares Muster.
Hintergrund für die Kampagne dürfte demnach unter anderem eine russische Spionagetätigkeit sein, die seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine und der Ausweisung vieler russischer Diplomaten stärker auf von Drohnen gesammelte Informationen angewiesen ist. Es sei auch darum gegangen, die Reaktionsfähigkeit der NATO-Staaten zu testen.
Dem Bericht zufolge zeigte die Kampagne deutliche Schwächen in der europäischen Flugabwehr auf, die noch immer auf herkömmliche Bedrohungen ausgerichtet sei.
Knapp die Hälfte der Vorfälle ereignete sich dem Bericht zufolge an militärischen Einrichtungen und knapp 20 Prozent an zivilen Flughäfen, von denen viele ihren Betrieb vorübergehend einstellen mussten. Gut ein Viertel betraf kritische Infrastruktur wie Häfen, Energieanlagen und Industriestandorte.
Deutschland war dem Bericht zufolge mit 58 Ereignissen am stärksten betroffen, einschließlich mit sechs ungeklärten Vorfällen über dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein, sowie den Bundeswehr-Standorten in Manching und Neuburg an der Donau. Mit 25 Vorfällen an zweiter Stelle steht Belgien, wo unter anderem die Luftwaffenbasis Kleine-Brogel zum Ziel geworden sei, an der Atomwaffen untergebracht sind.