Schwere Vorwürfe von Passagier

Fähr-Unglück Zypern: "Der Kapitän sprang als Erster"

Ein verheerendes Fährunglück vor Nordzypern am Sonntag forderte acht Tote und 18 Vermisste. Ein Überlebender belastet nun den Kapitän schwer.
Nick Wolfinger
31.08.2026, 12:23
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Nach dem verheerenden Fährunglück vor Nordzypern werden schwere Vorwürfe gegen den Kapitän laut. Ein Überlebender behauptet, der Kapitän habe das sinkende Schiff als Erster verlassen, ohne zuvor die Rettung der Passagiere zu organisieren.

Die Fähre war am Sonntag mit 267 Menschen an Bord vor der Küste Nordzyperns gekentert. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, 17 wurden laut Medienberichten zunächst noch vermisst.

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"Kapitän ist als erster ins Wasser gesprungen"

Ein Überlebender schilderte örtlichen Fernsehsendern die dramatischen Momente an Bord. Demnach soll es am Bug der Fähre eine Explosion gegeben haben. Fensterscheiben seien geborsten, anschließend habe die Fähre versucht zu wenden.

Zu diesem Zeitpunkt sollen sich noch zahlreiche Menschen im Inneren des Schiffes befunden haben. Dann erhebt der Passagier einen schweren Vorwurf: Der Kapitän sei als erster ins Wasser gesprungen, "ohne irgendetwas zu organisieren", zitiert ihn die Nachrichtenagentur AFP.

"Wortwörtlich ein Kampf ums Überleben"

Auch der Augenzeuge Efe Mültici berichtet auf CNN Türk von dramatischen Zuständen. Rund 25 Minuten nach der Abfahrt aus Kyrenia sei Wasser in das Schiff eingedrungen, ohne dass die Besatzung reagiert habe.

"Manche Leute mussten ohne Rettungsring oder -Weste ins Wasser springen. Es war wortwörtlich ein Kampf ums Überleben", schilderte Mültici.

Ein weiterer Augenzeuge berichtete ebenfalls von einer Explosion. Er habe den Kapitän sogar darauf aufmerksam gemacht, dass Wasser eindringe. "Die Stühle haben angefangen herumzuschwimmen, der Kapitän ist weitergefahren, und der Bug ist explodiert", so seine Schilderung laut AFP.

Haftbefehl gegen Kapitän

Nach dem tödlichen Fährunglück erließ ein Richter Haftbefehl gegen den Kapitän und acht weitere Menschen. Was die Katastrophe ausgelöst hat, ist noch ungeklärt.

Der nordzyprische Verkehrsminister Erhan Arikli brachte einen möglichen Zusammenstoß mit einem "Objekt" im Wasser ins Spiel. Der Fahrtenschreiber der Fähre soll nun ausgewertet werden und Hinweise auf die Unglücksursache liefern.

Das Schiff kenterte zunächst und sank erst mehrere Stunden später. Jetzt müssen die Ermittler nicht nur die Ursache des Unglücks klären, sondern auch, wie die Besatzung in den entscheidenden Minuten reagierte.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 31.08.2026, 12:23