Nach dem tödlichen Fährunglück vor Zypern rücken nun Kapitän und Besatzung in den Fokus der Ermittlungen. Der Kapitän sowie sieben weitere Crewmitglieder wurden festgenommen. Bei dem Unglück kamen mindestens acht Menschen ums Leben, 22 werden noch vermisst.
Die Festnahmen gab der Ministerpräsident von Nordzypern, Ünal Üstel, am Abend nach ersten Untersuchungen bekannt. Welche konkreten Vorwürfe gegen die acht Besatzungsmitglieder erhoben werden, blieb zunächst offen.
Die Suche nach den Vermissten läuft unterdessen weiter. Üstel kündigte an, "alle staatlichen Ressourcen" einzusetzen, um die noch fehlenden 22 Menschen zu finden. Acht Passagiere wurden bislang tot geborgen, 237 Menschen konnten gerettet werden.
Die Katamaran-Fähre war am Sonntag mit mehr als 260 Menschen von Kyrenia auf Zypern in Richtung Tasucu in der Türkei unterwegs. Nur wenige Kilometer vor der nordzyprischen Küste nahm das Schiff Wasser auf. Laut Üstel wurde bereits rund 15 Minuten nach der Abfahrt ein Notruf abgesetzt.
Der Kapitän soll noch versucht haben, mit dem zweistöckigen Katamaran umzukehren. Videoaufnahmen zeigten Menschen mit Schwimmwesten im Wasser rund um das gekenterte Schiff, während ein Helikopter über der Unglücksstelle kreiste. Die Fähre sank schließlich vollständig auf den Meeresgrund.