Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir, der dem rechtsextremen Lager zugeordnet wird, hat in einem Video damit geprahlt, die Bedingungen für palästinensische Häftlinge verschärft zu haben. "Die Ferienlager in den Gefängnissen sind vorbei", sagte Ben Gvir in dem Video, das er am Sonntag veröffentlicht hat. Darin ist zu sehen, wie er eine Frauen-Haftanstalt besucht. Der Minister reagiert auf eine Beschwerde einer Insassin und verweist auf die Behandlung der israelischen Hamas-Geiseln während des Gaza-Kriegs.
In dem Video kommt eine verschleierte Frau zu Wort, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Sie sagt, die Häftlinge hätten "extrem schlechte" Bedingungen und "keinerlei Rechte". Als Frauen hätten sie besondere Bedürfnisse. "Wir konnten uns seit drei Tagen nicht waschen und haben unsere Unterwäsche nicht gewechselt", berichtet die Frau und warnt vor Krankheiten. Laut ihrem Ehemann handelt es sich bei ihr um Jasmine S., die im Mai 2025 erneut festgenommen wurde – mehrere Monate, nachdem sie im Rahmen eines Waffenruhe-Abkommens im Gazakrieg freigekommen war.
"Unsere Geiseln hatten kein Shampoo und nicht solche Bedingungen", entgegnete Ben Gvir. "Ich bin stolz darauf, dass wir die Bedingungen in den Gefängnissen für Terroristen auf das blanke Minimum beschränkt haben."
Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und ihre verbündete Gruppen hatten beim Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Viele von ihnen wurden getötet, andere waren bis zu zwei Jahre lang in der Gewalt der Hamas.
Ben Gvir ist nicht zum ersten Mal mit radikalen Aussagen und Aktionen aufgefallen. Erst vor kurzem sorgte er mit Aussagen über die gezielte Tötung von Palästinensern im Gazastreifen international für Empörung. Der Sicherheitsminister meinte, es gebe in dem Palästinensergebiet Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben. Er forderte "jede Nacht gezielte Eliminierungen" von 30 oder 40 Menschen in dem Palästinensergebiet.
Im Frühjahr veröffentlichte er Videos, auf denen Aktivisten einer Hilfsflotte für den Gazastreifen gefesselt und auf Knien zu sehen waren, während Ben Gvir selbst die israelische Flagge schwenkte.
In Israel wird in zwei Monaten ein neues Parlament gewählt.