Bilder von ihm gingen um die Welt: Der abgemagerte Israeli, Evyatar David, wurde von seinen Geiselnehmern gezwungen, in einem Tunnel im Gazastreifen sein eigenes Grab zu schaufeln. Zuvor war er gemeinsam mit einem Freund von der Hamas – im Zuge des Angriffs auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 – entführt.
Demnach wurden zwei weitere Freunde aus der Gruppe des 25-Jährigen getötet. Danach folgten für den jungen Mann fast zwei Jahre in Gefangenschaft. Erst nach 738 Tagen kam David im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens im Oktober 2025 frei.
Gegenüber dem US-Sender CNN äußerte er sich nun erstmals über seine Zeit als Geisel und seinen Weg zurück ins Leben. Demnach seien die Monate vor dem bekannten Propagandavideo die schlimmsten gewesen. Die Hamas hätte die Geiseln drei Monate lang ausgehungert, um sie für das Video so abgemagert wie möglich darstellen können.
Schlussendlich sei die Wahl auf David gefallen, da er laut den Entführern schlechter ausgesehen habe als sein Freund. Obwohl das Video selbst inszeniert war, sei der Hunger real gewesen. Der Israeli habe die Schaufel kaum halten können. Auch als er sagte, dass er nicht mehr konnte, hätten seine Bewacher nicht reagiert.
Dabei habe es in dem Lager der Hamas genug Essen gegeben. Während David sein Grab schaufelte, hätten die Hamas-Kämpfer in der Nähe Kuchen gegessen, Tee getrunken und gelacht. Gegenüber den Geiseln hätten die Entführer aber gesagt, dass es kein Essen in Gaza gebe.
Kraft habe ihm in dieser Zeit die Gedanken an seine Familie gegeben, so der 25-Jährige. Zudem meinte er, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Aufgeben wollte David zu keinem Zeitpunkt seiner Gefangenschaft.
Nun kämpft er sich Schritt für Schritt ins normale Leben zurück. Dies sei nicht immer einfach, da der 25-Jährige an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Auch Albträume suchen ihn heim. Laut eigener Aussage sei Musik für seine Genesung hilfreich.