Mitten in der verheerenden Flutkatastrophe in Nepal hat die schnelle Entscheidung eines Schulleiters wohl Hunderte Kinder vor dem Tod bewahrt. Rajenda Dawadi ließ seine Schule sofort räumen – nur rund 15 Minuten später erreichten die Wassermassen das Gelände.
"Ich erfuhr durch Anrufe von der Flutwelle – etwa 15 Minuten, bevor sie unsere Schule tatsächlich erreichte", erzählte Dawadi, Leiter der Sekundarschule in Trishuli Baraar, der Deutschen Presse-Agentur.
Der Schulleiter reagierte umgehend und ließ rund 900 Schülerinnen und Schüler in Sicherheit bringen. Gleichzeitig wurden Schulbusse mit Hunderten weiteren Kindern, die noch auf dem Weg zum Unterricht waren, rechtzeitig umgeleitet.
Das Ausmaß der Katastrophe wird unterdessen immer größer. In Nepal wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes bislang 734 Leichen geborgen. Weitere 16 Todesopfer meldeten die chinesischen Behörden aus dem betroffenen Gebiet in Tibet.
Allein 259 Leichen wurden im nepalesischen Bezirk Chitwan an der Grenze zu Indien gefunden – Dutzende Kilometer flussabwärts vom eigentlichen Katastrophengebiet. In Ost-Nawalparasi wurden 184, in West-Nawalparasi weitere 82 Tote entdeckt.
Rund 2.500 Menschen gelten in Nepal weiterhin als vermisst, darunter 589 Ausländer. Zusammen mit den Vermissten in Tibet wird noch nach rund 3.000 Menschen gesucht.