Dramatische Aufnahmen aus dem Katastrophengebiet zeigen die Wucht der Sturzflut: Eine Pilgerfamilie sucht an der Grenze zwischen Nepal und Tibet Schutz vor dem reißenden Wasser. Während sich einige auf einen Hügel retten können, werden andere von den Fluten mitgerissen. Das Video kursiert in sozialen Medien.
Einen Tag nach der Katastrophe werden weiterhin mehr als 1.300 Menschen vermisst. In Nepal wurden laut Polizei bereits mehr als 270 Tote geborgen. Rund 240 Menschen konnten lebend gerettet werden, etwa 30 Verletzte kamen ins Krankenhaus. Mehr als 5.000 Einsatzkräfte von Armee und Polizei suchen nach Vermissten.
Die Monsterwelle im Video:
Unter den Vermissten sind zahlreiche ausländische Reisende. In Nepal besteht zu rund 590 Menschen aus dem Ausland kein Kontakt, darunter mehr als 170 Inder, rund 60 US-Amerikaner und etwa 50 Ukrainer. Auch Reisende aus zahlreichen weiteren Ländern werden vermisst. Über möglicherweise betroffene Österreicher liegen dem Außenministerium bisher keine Informationen vor.
Auch in Tibet werden inzwischen 558 Menschen vermisst, darunter rund 260 Ausländer. Chinesische Staatsmedien meldeten bislang drei Todesopfer.
Die Wassermassen rissen Brücken mit, beschädigten Staudämme und ließen Häuser im Schlamm versinken. Manche Gebiete im Norden Nepals sind nur noch per Hubschrauber erreichbar. Ganze Dörfer und Marktplätze seien "weggespült" worden. Die Lage sei "nach wie vor extrem", erklärte David Fisher von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in Nepal.
"Das Ausmaß dieser Katastrophe ist schlimmer als befürchtet", teilte das Österreichische Rote Kreuz mit. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl der Opfer weiter steigt.